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Vorwort
Das Jahrhundertjubiläum des Reformierten Bundes kann kaum als ein großes Geschichtsdatum gefeiert werden. Viele reformierte Kirchen und Gemeinden sind schon lange zuvor, in der Reformationszeit vor mehr als 400 Jahren, entstanden. Aber auch das eigene Selbstverständnis läßt nicht zu, Ereignisse der Vergangenheit in rühmender Selbstdarstellung zu begehen: Gemeinden, Kirchen und kirchliche Zusammenschlüsse sehen ihre Existenz immer wieder neu begründet in dem an sie ergehenden Wort Gottes, das sie zur Antwort des Glaubens und Gehorsams herausfordert. Dennoch ist die Vergangenheit niemals tot. Vergangenheit und Zukunft begegnen einander in der Gegenwart. Ein angemessenes Gedenken der einhundertjährigen Geschichte kann daher nicht nur Rückblick sein, sondern wird den zurückgelegten Weg kritisch prüfen und die Aufgaben für morgen bedenken müssen.
Die Beiträge dieser Schrift geben Rechenschaft über die Geschichte und die Gegenwart des Reformierten Bundes. Die Ausführungen zur Geschichte zeigen zweierlei: einerseits die Schwierigkeit des Reformierten Bundes, seine Stellung innerhalb der Kirchen zu bestimmen, und andererseits seine nicht unerheblichen Beiträge, die er für das Ganze der evangelischen Kirchen, besonders in den Krisenjahren nach 1933, geleistet hat. Daß ein Beitrag die Bedeutung des Reformierten Bundes für die Ortsgemeinden darlegt, ergibt sich aus dem reformierten Kirchenverständnis: Von der Gemeinde her, die sich zum Gottesdienst versammelt und Gemeinschaft des Glaubens in persönlicher Begegnung lebt, baut sich die Kirche auf. Von diesem Ansatz her ergeben sich die Leitthemen der Arbeit des Reformierten Bundes bis heute. Zwei Abschnitte beschreiben die Position und die Mitwirkung der