Bővebb ismertető
Einleitung
Zunächst zum Titel dieses Buches. Er spricht von Kakteen und anderen Sukkulenten, d. h. es sind nicht alle echte Kakteen, die darin abgebildet und besprochen werden. Viele dieser Gewächse gehören anderen Familien des Pflanzenreiches an und haben nur eines mit den Kakteen gemeinsam, nämlich die Sukkulenz, das heißt den Besitz wasserspeichernden Gewebes. Daher soll hier ganz entschieden der verbreiteten Meinung entgegen getreten werden, daß es sich bei allen Pflanzen, die »fett« sprich sukkulent und vielfach noch dazu bestachelt oder domig sind, um Kakteen handelt. Je mehr Freizeit heutzutage dem Menschen zur Verfügung steht, um so bedeutungsvoller wird es, diese Freizeit zu gestalten. Dabei spielen die zahlreichen Steckenpferde, die wir haben, eine immer wichtiger werdende Rolle; und hier sind es gerade die naturwissenschaftlichen Hobbys, die immer beliebter werden. Eines davon ist die Beschäftigung mit Kakteen und anderen Sukkulenten. Die ständig zunehmende Zahl der Kakteenfreunde und -Sammler in allen Teilen der Welt spiegelt sich wider in den vielen Kakteen-Gesellschaften, die es heute überall gibt; in England und Deutschland, wo die ersten gegründet wurden, wie auch in vielen anderen Ländern, z. B. in den USA, in Rußland und Japan. Dieses Interesse an Pflanzen ferner Länder hat erfreulicherweise auch das Verständnis für die Erhaltung der einheimischen Flora geweckt. Ein anderer Grund dafür, daß man sich gerade diesem Hobby zuwendet, ist folgender: Da der größte Teil der Kakteen und viele andere Sukkulenten aus Gebieten stammen, in denen eine geringe Luftfeuchtigkeit herrscht, sind diese Pflanzen weit mehr für die Kultur in unseren zentral geheizten Wohnungen geeignet, als viele der heutigen Zimmerpflanzen. Obgleich die Mehrzahl der Kakteen die hohen Zimmertemperaturen im Winter wirklich nicht benötigt, so werden sie dadurch doch nicht zum Absterben gebracht; lediglich ihre Blühwilligkeit in der nächsten Saison wird dadurch mehr oder weniger beeinträchtigt. Idealer für ein gutes Gedeihen dieser Pflanzen ist natürlich ein kleines Gewächshaus oder ein Wintergarten. Es ist aber auch möglich, Kakteen und Sukkulenten in einem Kellerraum unter künstlichem Licht recht gut zu kultivieren. Andererseits gibt es ein Sortiment ausgewählter Arten, die das ganze Jahr über, selbst wenn sie im Winter von Schnee und Eis bedeckt sind, im Freien in einem Steingarten gezogen werden können.
Daß Kakteen nur in den beiden Amerikas oder in der »Neuen Welt« zu Hause sind, ist vielleicht bekannt, doch mag es manchen Leser überraschen, daß viele Gruppen der »anderen Sukkulenten« weltweit verbreitet sind, und, so unglaublich es klingen mag, einige davon sogar im unwirtlichen Grönland, in den kalten Hochlagen der Alpen, im Kaukasus, Himalaja und anderen Hochgebirgen der Erde vorkommen. Der weitaus größte Teil dieser sukkulenten Pflanzen stammt jedoch aus Afrika und von den dazugehörigen Inseln; viele gibt es auch in Nord- und Südamerika und die übrigen sind in Indien, Ceylon, Burma, China, Australien und der pazifischen Inselwelt beheimatet. In diesem Buch ist jeweils eine Art von 100 ausgewählten Gattungen abgebildet, wobei der begleitende eine halbe oder ganze Seite lange Text sich nicht nur mit dem Vorkommen der Arten einer bestimmten Gattung befaßt, sondern auch deren wesentliche Merkmale beschreibt. Es sollte daher möglich sein, mit Hilfe der Bilder und der ein-