Bővebb ismertető
VorwortDie vorliegende Studie ist als eine zweite, wesentlich veränderte Auflage der Dokumente, Bd. XXV, Österreichs Staatsvertrag und Neutralität, Alfred Metzner Verlag, Frankfurt/Main 1957, gedacht. Der Dokumentenband versuchte anhand des in den Jahren 1955/56 vorliegenden Quellenmaterials die Entstehung des Staatsvertrages und der Neutralität zu beleuchten, den Neutralitätsbegriii zu erhellen. Manche Thesen des Verfassers sind kritisiert worden. Nachdem er seit dem Erscheinen der ersten Auflage nun fast zwanzig Jahre Gelegenheit hatte, sich mit dem Gegenstand als aufmerksamer Beobachter öffentlichen Lebens und wissenschaftlichen Fortschrittes zu befassen, förderte dies auch seinen Lernprozeß in Sachen Neutralität. Seine Ivlitarbeit im österreichischen Bundesparlament dem Nationalrat wies ihm manche Einblicke in Schein und Wirklichkeit politischer Argumente. Das Jahr, in dem sich die Tage des Abschlusses des Staatsvertrages und der Beschlußfassung über die immerwährende Neutralität zum zwanzigsten Male jähren, läßt es gerechtfertigt erscheinen, eine Untersuchung über die österreidiische Neutralitätspolitik von 1955 bis 1975 der Öffentlichkeit zu übergeben. Die Untersudiung soll dazu beitragen, einen möglichen Wandel des Instituts der österreicJiisdien Neutralität durch Außen- und Innenpolitik zu erkennen. Österreich, an der Schnittlinie zweier Machtblöcke und verschiedener Gesellsdiaflssysteme, ist durch die immerwährende Neutralität und seine entsprechende Politik, so wie die Schweiz für die erste Hälfte dieses Jahrhunderts, zum Modellfall eines immerwährend Neutralen in der sich wandelnden Welt geworden; das zumindest, soweit es den europäischen Kulturkreis angeht.Der Verfasser ließ sich nicht von einer Neutralitäts-Wunsch-Philosophie leiten, wie sie angewandt wird, um ein passables Staatsbild zu entwickeln. Vielmehr war er bestrebt, die Fakten der österreichischen Neutralitätspolitik so zu interpretieren, wie sie aus dem Zusammenhang moderner internationaler Beziehungen schlüssig erscheinen: Die immerwährende Neutralität ist wohl freiwillig gewählt, aber dennoch als Element sowjetischer Koexistenzpolitik oder Gleichgewichtspolitik in Europa zu verstehen. Daß ein blockfreier Staat wie Österreich auch einer Eigengesetzlichkeit unterworfen ist, von der die Neutralität mitbetroffen ist, scheint auf der Hand zu liegen. Obwohl die Neutralitätsmaterialien keiner eigentlichen Archivsperre unterliegen, ist es kaum möglich, in systematischer Weise Zugang zu den Materialien zu erlangen, die das Entstehen der Neutralität oder die österreichische Neutralitätspolitik betreffen. Der Inhalt der Dossiers der Staatsmänner bleibt weithin ein Amtsgeheimnis. Daher ist man mitunter auf Vermutungen angewiesen, die nur durch Wahrscheinlichkeitsurteile, gezogen aus Lehre, Presse, Internationalen Organisatio-15