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Vorwort
Der zweite, in zwei Halbbänden (A-K, L-Z) erscheinende Band des „Romanführers" bietet einen Überblick über die Romane von 1900 bis 1949 und über das Romanschaffen in der Deutschen Demokratischen Republik.
Die Vorstellung des deutschsprachigen Romans im 20. Jahrhundert nötigte zu Gliederungsentscheidungen, die der gesellschaftlichen und literaturhistorischen Entwicklung dieses Zeitraums Rechnung tragen. Daß die österreichischen und schweizerischen Romane des 20. Jahrhunderts als eigenständige nationalliterarische Leistungen in einem besonderen Band, dem dritten des „Romanführers", zusammen mit Werken deutschsprachiger Autoren des Auslandes vorgestellt werden, bedarf keiner Erläuterung. Die Zuordnung der westdeutschen Romanliteratur zu diesem Band ist eine Konsequenz, die sich auch auf literarischem Gebiet aus der Entstehung zweier deutscher Staaten ergibt. Die Restauration der bürgerlich-kapitalistischen Verhältnisse in der BRD, die Auseinandersetzung der progressiven, humanistischen Schriftsteller mit dieser Entwicklung einerseits und ihre apologetische Widerspiegelung andererseits haben eine der imperialistischen Gesellschaftsstruktur entsprechende Literatur hervorgebracht. Die in der Deutschen Demokratischen Republik entstandene sozialistische deutsche Nationalliteratur ist Fortsetzerin der humanen und progressiven kulturellen Bestrebungen der Vergangenheit und versteht sich als eine gesellschaftliche Kraft, die dem Aufbau des Sozialismus eng verbunden ist. Der konzeptionellen Anlage unseres „Romanführers" liegen diese geschichtlichen Grundtatsachen und Prozesse zugrunde. Als Bewahrerin der fortschrittlichen kulturellen Leistungen der Vergangenheit integriert die sozialistische Gesellschaft die überlieferten humanistischen Werte in ihre eigene Kultur und schafft im dialektischen Zusammenwirken von Tradition und Neuerertum neue Werke aus sozialistisch-humanistischem Geist. Demgemäß findet - Ausdruck welthistorischer, von den Ideen des Sozialismus bestimmter Entwicklungsprozesse - die kritisch-realistische Literatur ihre Fortsetzung im sozialistischen Realismus.