Bővebb ismertető
Vorwort
Dieses Buch wendet sich besonders an die Schachfreunde, die auf den 64 Feldern das Überraschende und Ungewohnte, das Erhebende und das Verblüffende, die ernste Wendung und den Scherz suchen. Das alles findet man in den Fallen. Zunächst soll kurz erläutert werden, was eine Falle eigentlich ist. Eine Falle stellt man, wenn man es dem Gegner scheinbar ermöglicht, Materialgewinn oder sonstigen Vorteil zu erzielen, und ihn dadurch zu einem falscljken Zug verleitet. Daraus folgt, daß die Voraussetzung für den Erfolg einer Falle ein oder mehrere fehlerhafte Züge des Gegners sind und daß sie keine zwingende Kraft hat. Hierdurch unterscheidet sich die Falle von der Kombination, die eine logisch zusammenhängende Serie von Zügen ist, durch die ein bestimmtes Ziel auf zwingende Weise erreicht wird.
In den Schachzeitschriften und Turnierbüchern stößt man verhältnismäßig selten auf Fallen, ganz im Gegensatz zu den Kombinationen, die nach Ansicht des Wiener Meisters Hans Müller 82 Prozent der Partien entscheiden. Das hat seine Ursache darin, daß die Schachmeister die Fallen kennen oder gefühlsmäßig umgehen. So ist die Falle zwar auch bei ihnen im Spiel und spukt von der Eröffnung bis ins Endspiel; aber
da ihr das Zwingende fehlt, bleibt sie meistens im Hintergrund. Daß sie aber da ist, das beweisen von Meistern gespielte Partien, in denen — weil die Aufmerksamkeit der Spieler erlahmte — keine Geringeren in Fallen gingen als Bernstein, Andersten, Nimzowitsch, Spielmann, Ed. Lasker, Tartako-wer, Najdorf und Eine, um nur einige Namen zu nennen. Und erst in den kleineren Turnieren, in den freien Partien und Simultanspielen: Dort begleitet die Falle den Schachspieler getreulich bis zum Matt. Da sie aber nur bei einem falschen Zug zum Erfolg führt, lassen sich Reinfälle vermeiden, wenn man die Typen der Fallen kennt; umgekehrt kann man dann die Fehler des Gegners ausnutzen. Die Sammlung, die sich nur mit einem Teil der Fallen, den Eröffnungsfallen, beschäftigt, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Viele geistreiche Eröffnungsfallen blieben unberücksichtigt. Andererseits muß ich bekennen, daß ich einiige interessante und lehrreiche Miniaturen eingeschmuggelt habe, die eher als Kombination anzusehen sind. Das Buch ist nicht für die Meister, sondern für die große Zahl der Scliachliebhaber geschrieben. Diese werden an den Fallen nicht allein Vergnügen und Unterhaltung finden; bei gründlichem Studium der Beispiele wird gleichzeitig ihr Kombinationsvermögen erheblich wachsen.
Der Verfasser