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Vorwort
Verfolgt man das in diesem Buch veröffentlichte Gespräch, in dem sich einige der Beteiligten an die Gründungsphase des Wissenschaftskollegs erinnern, so gewinnt man vor allem anderen den Eindruck des Unwahrscheinlichen. Ja, einmal alles zusammen genommen, was eine solche Tat voraussetzt, war es unwahrscheinlich, dass es zur Gründung jener Einrichtung kam, die nun seit 25 Jahren besteht und ohne die man sich die deutsche Wissenschaftslandschaft nicht mehr vorstellen möchte.
Für Deutschland war eine solche Einrichtung etwas Neues. Aber auch außerhalb des eigenen Landes gab es nur wenige Exemplare dieser Gattung: das Institute for Advanced Study in Princeton, das kurz vor dem erzwungenen Exodus vieler Wissenschaftler aus Deutschland gegründet und dann zur neuen wissenschaftlichen Heimat von Gelehrten wie Einstein und Panofsky geworden war; das Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences in Stanford; in Europa das auf Mathematik und Physik spezialisierte Institut des Hautes Etudes Scientifiques in Bures-sur-Yvette, Franloreich, sowie das Netherlands Institute for Advanced Study in Wassenaar. Brauchte man so etwas in Deutschland? Und wenn überhaupt: War Berlin der richtige Ort?
Das Gespräch sammelt die vielen Faktoren, die zusammenkommen muss-ten, damit das Kolleg entstehen konnte: Eine Idee und ein politischer Wille, sie zu verwirldichen. Es gehört bereits zu den Unwahrscheinlichkeiten, dass beides in der Person eines Politikers zusammentraf, der zudem noch tatla-äf-tig und einflussreich war. Sodann tüchtige und begeisterungsfähige Beamte, die die Idee in ein genehmigungsfahiges Projekt verwandelten. Des weiteren Fürsprecher, die den Widerstand der Bedenkenträger übertönten. Danach Geldgeber, die es lohnend fanden, in die Idee zu investieren, und ihre Entscheidungsgremien davon überzeugen konnten, dass die Mittel gut angelegt seien. Alsdann ein adäquates Haus. Zu alledem schließlich eine Person mit Qualitätsbewusstsein und Stilempfinden, die den Plan in die Tat umsetzen und das Haus mit Leben fällen konnte.