Bővebb ismertető
DIE ZAUBERKRAFT DER TEPPICHE
1979, im Jahr des 30. Gründungstages unserer Deutschen Demokratischen Republik, wird auch die 32 000 Einwohner zählende Bergarbcitcr-stadt Senftenberg ihr 700jähriges Stadtjubiläum begehen. In dieser Stadt, deren Entwicklung von der Braunkohle geprägt und weiter bestimmt wird und vor deren Toren so phantastische Erholungsmöglichkeiten geschaffen wurden, bereiten sich ihre Bürger mit Fleiß und Ideenreichtum auf die großen Jubiläen vor. Unter ihnen auch ein Künstlerehepaar. Am Rande der Stadt, unweit vom Senftenberger See, steht am Elsterdeich ein Haus. Äußerlich unterscheidet es sich in nichts von seinen Nachbarn; es macht einen sauberen, vielleicht etwas unscheinbaren Eindruck, es ist aber gewiß nicht unzufrieden darüber, daß es abseits vom Straßenlärm in der Nähe des Flusses sein Leben fristen kann. Auch wenn man den Korridor des Hauses betritt und von seinen Bewohnern freundlich willkommen geheißen wird, glaubt man noch immer nicht, sich an einem besonderen Ort zu befinden; alles atmet Ruhe und Geborgenheit. Und dennoch beherbergt dieses Haus einen Raum, in welchem sich seine Bewohner jeden Tag aufs neue zusammenfinden und etwas tun, worum sie andere Leute beneiden könnten: sie verwirklichen ihren Traum. Der Raum, in dem das geschieht, befindet sich in einem tiefer gelegenen Geschoß des Hauses, aber wie ein Ort, an welchem Träume Realität werden, sieht er gar nicht aus; vielleicht liegt das an der Vorstellung, die man sich gemeinhin von Räumlichkeiten macht, in denen die schönen und nützlichen Dinge Gestalt annehmen, ohne die unser Leben ärmer wäre. Gleichviel: beherrscht wird der Raum von zwei Geräten, die dem leidlich Gebildeten verraten, daß deren Vorfahren aus der Zeit der Manufaktur, der maschinell betriebenen Handarbeit also stammen. Zwei Handwebstühle sind es, Hochwebstühle, wie man sich sagen läßt; der eine zwei Meter, der andere einen Meter breit, und was in den Kästen und Kisten lagert, ist Wolle; eindrähtige, reine Schafwolle, wie man erfährt. Beides, Webstühle und Wolle, sind unbedingt nötig, damit sich am Ende der Traum verwirklicht, von dem die Bewohner des Hauses im wahrsten Sinne des Wortes besessen sind. Aber wer glaubt, daß die Realisierung des Traums leicht sei, daß dazu nur das nötige Wollen und die erforderliche Standfestigkeit gehören, der irrt. Geduld und Geschicklichkeit, das Wissen, wie man beabsichtigte Wir-