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György Konrád - 50 Jahre Kunst aus Mitteleuropa 1949-1999 [antikvár]
 
Der Begriff Mittel-Europa ist zweifellos mehr als be- kannt, allgemein genutzt und für sehr viele Menschen sozusagen problemlos evident, selbstverständlich und legitim. Außerhalb dieser Region betrachtet man Mittel- Europa, die mittel-europäische Geschichte, die ideologi- sche und politische Entwicklung, die Kultur und Kunst als ein reiches, sehr komplexes, kontroversielles, fast schon undurchschaubares, aber faszinierendes Phäno- men. Von je weiter weg man diese geopolitische und kulturelle Region betrachtet, desto leichter...
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Der Begriff Mittel-Europa ist zweifellos mehr als be- kannt, allgemein genutzt und für sehr viele Menschen sozusagen problemlos evident, selbstverständlich und legitim. Außerhalb dieser Region betrachtet man Mittel- Europa, die mittel-europäische Geschichte, die ideologi- sche und politische Entwicklung, die Kultur und Kunst als ein reiches, sehr komplexes, kontroversielles, fast schon undurchschaubares, aber faszinierendes Phäno- men. Von je weiter weg man diese geopolitische und kulturelle Region betrachtet, desto leichter und selbst- verständlicher akzeptiert man die eigenständigen, spezi- fischen mentalen Charakteristika als logisches und evi- dentes Ergebnis der historischen Determinationen. Es scheint durchaus logisch, daß die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Tat- sachen eine spezifische, sich von den west-europäi- schen aber auch von den ost-europäischen Entwick- lungsmodellen unterscheidende soziale, mentale, kultu- relle Situation geschaffen haben. Die Reaktionen der un- terschiedlichen Schichten der mittel-europäischen Ge- sellschaft in den politischen, ideologischen, philosophi- schen und kulturgeschichtlichen Bereichen spiegeln diese spezifische und widersprüchliche Entwicklung wider und beeinflussen, modifizieren, gestalten sie gleichzeitig mit und machen sie bewußt. Die spezifi- schen Entwicklungsmodelle in den wirtschaftlichen Be- reichen, in den Produktionssystemen, in den gesell- schaftlichen Strukturen und den mentalen, kulturellen, ideologischen Faktoren - mit all ihren Widersprüchlich- keiten und ihrer Komplexität - schaffen besonders in der Kultur eine Sensibilität und ein kulturelles Bewußt- sein, welches sich als spezifisch mittel-europäisch be- zeichnen läßt. Trotzdem gab es und gibt es selbstverständlich ständig heftige Diskussionen über die Definition, über die Rele- vanz, über die Brauchbarkeit oder die Disqualifikation dieses Begriffes. Vielleicht findet sich die einfachste und pragmatischste Antwort auf diese Frage in dem exzel- lenten Buch von Thomas W. Simons, Jr., nämlich, daß wir mit diesem Begriff einfach in dem von uns klar und pragmatisch definierten historischen, kulturgeschichtli- chen, kunstgeschichtlichen und soziologischen Kontext arbeiten sollen, da er für die konkrete Aufgabe, für die konkrete Arbeit unter den konkreten Bedingungen brauchbar ist.1 Brauchbar im historischen, kulturge- schichtlichen, kunstgeschichtlichen Sinne, da sich der Begriff auf konkret feststellbare Charakteristika im Kon- text der Geschichte Mittel-Europas bezieht; und brauch- bar im aktuellen politischen, strategischen Sinne, da wir in der alltäglichen Praxis de facto einen Unterschied zwischen dem Westen, dem Osten und den mittel- europäischen Ländern machen. Mit dem Begriff Mittel- Europa zu operieren bedeutet keinesfalls eine ahistori- sche Mystifizierung der geschichtlichen und mentalen Realität, sondern, im Gegensatz dazu, eine Konkretisie- rung der allgemeinen, globalen Fragestellungen. Obwohl sich Thomas W. Simons Jr. mit der gesamten ost-europäischen gesellschaftlichen und politischen Entwicklung auseinandersetzt, sind die Ergebnisse sei- ner vielfältigen Analyse auch für die spezifische mittel- europäische Situation sehr treffend. Sein intelligenter Pragmatismus geht von zwei Tatsachen aus: von der de facto gegebenen Unterschiedlichkeit der politischen Entwicklung und des politischen Denkens der großen Mehrheit der Menschen in Mittel- und Ost-Europa von den westlichen Modellen; und von den wirtschaftlichen, soziologischen Tatsachen der schwach und spät indu- strialisierten, unterentwickelten, prinzipiell agrarischen und lange Zeit relativ oder stark isolierten mittel- und ost-europäischen Gesellschaften. „Eastern Europe is very diverse. The very question of whether it should be treated as a region - whether there is an Eastern Euro- pe, as distinguished from Central Europe, or East-Cen- tral Europe, or Russia - is controversial. So is the questi- on of which peoples, nations, or states should be inclu- ded if there is a region defined. There are no perfect, ob- jective answers to these questions, and I am not offe- ring any in what follows. Whether they are asked, and

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Cím: 50 Jahre Kunst aus Mitteleuropa 1949-1999 [antikvár]
Szerző: György Konrád , Hegyi Lóránd , Henry Meyrik Hughes , Konrád György , Lóránd Hegyi , Pia Jardi Stefano Bianchini
Kiadó: Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig
Kötés: Fűzött papírkötés
ISBN: 3900776849
Méret: 220 mm x 280 mm
György Konrád művei
Hegyi Lóránd művei
Henry Meyrik Hughes művei
Konrád György művei
Lóránd Hegyi művei
Pia Jardi művei
Stefano Bianchini művei
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Vélemény:
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