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EINFUHRUNG
Das Mädchen im Zoo
Der Zoo öffnete um neun und mein Sohn und ich waren die ersten Besucher. Es war bereits halb drei Uhr nachmittags, als ich den Mann entdeckte. Vermutlich wäre er mir vorher gar nicht aufgefallen, aber ehrlich gesagt hatte ich es satt zu versuchen, die Robben aus dem Wasser oder die Gorillas aus ihren Häusern zu locken und schon lange hatte ich den Versuch aufgegeben, eine besonders hässliche Schlange aufzuwecken. Ich befand mich in einer Verfassung, die jemand mal sehr treffend als »Zoomüdigkeit« bezeichnet hat. Ich hatte mir ein Eis gekauft, mir einen Platz gesucht und angefangen, die anderen Besucher zu beobachten.
Mein Blick fiel auf einen Mann, den man, so schien es, für den vielversprechendsten Anwärter auf den Titel »Bester Vater der Welt« halten konnte. Während andere Eltern im Gras dösten oder einfach nur mit leerem Blick in den Affenkäfig starrten, widmete er seiner Tochter seine volle Aufmerksamkeit. In einem Augenblick hob er sie hoch, damit sie die Elefanten besser sehen konnte, im nächsten kniete er neben ihr und erklärte, warum die Affen ein rotes Hinterteil hatten. (Ich wünschte, ich wäre nahe genug gewesen, um seine Antwort verstehen zu können.) Er stillte nicht nur ihren Wissensdurst; innerhalb von dreißig Minuten hatte dieses Kind eine Tüte Chips, einen Lutscher in Form eines Bären und eine Tüte Pop-com vertilgt.
Als er schließlich müde wurde, ließ er seine Tochter einen Leguan ärgern und sank erschöpft auf den Platz neben mir.