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Das größte Unglück ereilt den Menschen immer dann, wenn er es am wenigsten erwartet. Zille erwartet überhaupt kein Unglück, auch kein kleines. Zeitig wie jeden Morgen ist er auf den Beinen. Und wie jeden Morgen begrüßt ihn sein Dompfaff mit einem sanften ,,Diü".
Vater Zille zieht die Weste über, rückt die runden, in Nickeldraht gefaßten Brillengläser zurecht und öffnet das Fenster. Die Kühle des frühen Oktobertages strömt herein. Ein Windhauch spielt träge mit der Gardine. Auch der Wind ist noch müde, hat noch nicht ausgeschlafen.
Nebenan in der Küche pfeift der Teekessel. Doch nur kurz. Sofort nimmt ihn Frau Hulda vom Gas und brüht Kaffee für ihren Mann. Malzkaffee, den teuren echten können sie sich höchstens an Feiertagen leisten, und heute ist ein gewöhnlicher Dienstag. Sie dreht die Flamme kleiner und macht die von gestern übriggebliebenen Schrippen frisch. Nun kann Heinrich Zille frühstücken. Er tut's mit Appetit und ohne Hast. Eben fuhr der Sechsuhrzug im nahen Bahnhof Westend ein. Das bedeutet, der Mann braucht sich nicht mit dem Essen zu beeilen. Er zerbröckelt eine Schrippenhälfte und trägt die Krümel seinen Freunden, den Spatzen, hinaus auf den Balkon. Er füttert den Dompfaff, der munter im Käfig umherhüpft. Alles wie an jedem anderen Morgen. Zille reißt das Blatt vom Vortag aus dem Kalender, und weil auf der Rückseite kein Sprüchlein prangt, steckt er das Zettelchen in die Westentasche, um es zum Zeichnen zu benutzen. Er weiß auch schon, was er
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