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PROLOG
3er FluB. Der breite FluB. Der groBe FluB. Der GoldsandfluB. jangtse-kiang. In zweitausend Jahren ist es niemandem gelungen, einen voll-kommenen, entsprechenden Namen für diesen unbesiegbaren FluB zu finden, der vom fernen Gipfel des Himalaja wild daherbraust und sich viertausend Meilen weit seinen Weg zum Meer durch das Herz Asiens bahnt. »Der FluB«, sagen die Chinesen und meinen damit den erhabenen Strom. Wer wagte es, ihn in die Grenzen eines einzigen Namens einzu-zwángen, ihn, den zweitausend Jahre Menschenarbeit an seinen Ufern nicht bándigen konnten ? Diesen Strom so háBlich, so unbezáhmbar, so gewalttátig und so herrlich!
Den »GoldsandfluB« nennen sie den oberen Teil. Von Bergschluchten herab stürzen die gelblichen Wasser in ihrer ganzen Pracht, ihrer ganzen Gewalt, in Strömungen, Wirbeln und Strudeln schieBen sie zwischen Klippen dahin, die sich wie eine ungeheure schwarze Masse hundert FuB hoch erheben. Die steil abfallen in den dahinbrausenden Strom. Blutrote und buntschillernde Wasserstreifen stürzen brausend herab. Getöse und Dröhnen der Katarakte, Aufruhr der Stromschnellen erfüllen die Luft. Man hört Trommelschláge. Dumpfe Klánge der Tamtams, die den bősen Geist des Flusses abwehren. Zurufe von Hunderten von Menschen, die in den Tauen hangén, um ihre Boote durch die Stromengen zu ziehen. Be-fehle, Flüche, Gebete, Schreie von untergehenden Menschen, die von einem Strudel, einer Stromschnelle erfaBt werden. Sie beschwören den FluB:
»Chiu ming, chiu ming,
Verschone uns, verschone uns.
Erhabener Strom!«
Fremdartig, wie der FluB, ist die gelbe Rasse, die an seinen Ufern lebt. Tief und geheimnisvoll flutet ihr Leben dahin. Unvermischbar sind sie, stolz und eigenartig. Ein abgesondertes und besonderes Volk.