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Die Wahlparty Ganz egal für wen wir stimmen, und was dabei herauskommt: Sozialdemokraten sind wir doch alle, sagte der Herr in der abgetragenen Tweedjacke und prostete mir mit einem Wasserglas voll Rotwein zu. Seine Bemerkung überraschte mich nicht; denn die Wahlparty, zu der ich eingeladen war, fand im Hause eines bekannten Ideologen der Arbeiterbewegung statt, in der Vasastadt, drei Treppen hoch ohne Aufzug, und ich hatte den Eindruck, daí? man hier ganz unter sich sein wollte, um den bevorstehenden Wahlsieg Olof Palmes zu feiern. Man schrieb das Jahr 1982, und Palme war auf dem Höhepunkt seiner Karriere, die vier Jahre spáter so tragisch enden sollte. Die Wohnung war sorglos und bescheiden eingerichtet, fast ein wenig vergammelt: zusammengewürfelte Stühle, alte Plakate an den Wánden, Bücher in rohgezimmerten Regalen. Ein Hauch von Ikea lag über dem Ganzén. So wohnen bei uns in Berlin oder in Frankfurt die jungen Lehrer-Ehepaare, die Hörspiel-Dramaturgen, und jene Kunsthistoriker, denen es gelungen ist, eins der immer seltener werdenden Promotions-Stipendien zu bekommen. In solchen Zimmern riecht es nicht nach Geld, Prestige, Karriere; ich lehnte mich beruhigt zurück, um, in Erwartung der ersten Hochrechnungen, ein Stück Ráucherfleisch vom Pappteller zu verzehren. Der Kopfarbeiter aus der Bundesrepublik ist es ja gewohnt, in derartigen komfortablen Ecken und Nischen, fern der Macht, zu leben. Dann allerdings, an der improvisierten Bar im Korridor, fing eine hilfreiche Seele an, mich aufzukláren. Der Herr in der Tweedjacke war, wie sich herausstellte, beileibe