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E. TÓTH
EIN SIEGESDENKMAL AUS DEM ZEITALTER DES DOMITIANUS UND EINE SENATORISCHE CURSUSINSCHRIFT IN SAVARIA
In memóriám O. Erdélyi 1906-1970
Es werden in dieser Studie zwei solche Steindenkmäler untersucht, die die Forschung schon viel beschäftigt hatten, aber die gründlich eigentlich noch nicht bearbeitet wurden. Das eine ist der stark beschädigte Unterteil einer in der gegenwärtigen Form hexagonalen Marmorbase mit figuralen Darstellungen (Steindenkmäler nr. 57 = RIU 36); das andere ist das kleine Fragment einer in eine Marmorplatte eingemeißelten Cursus-Insehrift (RIU 1200). Die beiden Stücke ragen nicht nur unter den Denkmälern von Savaria, sondern auch unter denjenigen der gesamten Donau-Gegend hervor: beide entstammen aus einer frühen Epoche der Kaiserzeit; das «Hexagon» ist sowohl der Form wie auch dem Inhalt nach alleinstehend, und beide Denkmäler haben mit einem Senatoren etwas zu tun.
Die Studie versucht über die Analyse des «Hexagons» und der Inschrift hindurch das Denkmal zu bestimmen, seine Bedeutung festzustellen und zu interpretieren; dabei wird auch die inhaltliche Ergänzung des senatorisehen Gursusfragmentes versucht.
Es kann nicht unternommen werden, daß man die letztere Inschrift auch ihren Buchstaben nach ergänze, denn die ursprünglichen Maße der Tafel lassen sich ja nicht bestimmen. Da man jedoch den Zusammenhang zwischen jenem Priseus der «Hexagon»-Inschrift, der ein consularis war, und dem Senatoren der Cursusinsohrift vermuten darf, war das Ergänzen des kleinen Fragments nicht umzugehen.
Die Studie beschäftigt sieh zuerst mit dem «Hexagon», und dann mit der Cursusinsohrift. Schließlich wird die Möglichkeit, die Person des Senators zu bestimmen, untersucht.
Bs wurde in der Bearbeitung erstrebt, die Einzelprobleme je für sich ins Auge zu fassen. Es wurden in der Beweisführung keine Argumente angewendet, die sich nur aus anderen Bezügen des untersuchten Denkmals ableiten ließen. Nur die letzten Ergebnisse der verschiedenartigen Untersuchungen wurden am Ende miteinander vergleichen.
I. DAS MARMOR-DENKMAL AUS SAVARIA: RIU 36
Die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefundene Marmorbase,^ die auch ihrer Form nach nicht bloß in Pannonién sondern auch in anderen Provinzen einzigartig ist, wurde zum ersten Male durch I. Paulovios eingehender behandfeit,^ dann beschäftigten sich L. Balla^ und
' Szonibathely-Steinainangcr, Savaria Museum, sor András Mócsy, Dorottya Gáspár, BarnabásLörincz
Inv. Nr. 67.10.72. AE 1947: 25, Steindenkniäler Nr. 57, Tibor Nagy, Miklós Szabó, Maria Szilágyi, István Tóth
mit den früheren bibliographischen Hinweisen, RIU I und László Török aus. ;i(i. — Auch liier spreche ich meinen Dank für die För- PauloviCS (1940) HO.
derung und Unterstützimg dieser Bearbeitung Profes- IUlla (1959—1960) 201. —; Balla (1967) 61.
1 * Acta Archaeolfmca Academiae Scientiarum Hungarirae 35, 1983