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Acta Medica Academiae Scientiarum Hungaricae Tomus 23 (1), pp. 1—6 (1966)
PARTIELLE DISSOZIATION DER RECHTEN KAMMER (MECHANISCHE ATRIALISATION) BEI EBSTEINSCHER ANOMALIE
Von
K. LoZSÁDI und K. SÁRKÖZY
CHinURGISCHE ABTEILUNG (CHEFARZT: DR. A. TEMESVÁRI) DES INSTITUTS FÜR KARDIOLOGIE.
BUDAPEST
(DIREKTOR: PROF. G. GOTTSEGEN t) (Eingegangen am .'S. März 1966)
Bei einem an EßSTEiNscher Anomalie leidenden Patienten wurde intraoperativ die funktionelle Atrialisation des anatomisch atrialisierten proximalen Kammerabschnitts beobachtet; der erwähnte Kammerabschnitt verrichtete mit den Vorhöfen synchrone Vorhofkontraktionen. Der durch die Rhythmusveränderung herbeigeführte systemische Blutdruckabfall konnte lediglich mittels Noradrenalininfusion normálisért werden.
Es wird versucht, die beobachteten Erscheinungen mit Hilfe der in der Literatur mitgeteilten indirekten Angaben zu erklären.
In der Gruppe der kongenitalen Vitien beträgt die Häufigkeit der Eb-STElNschen Anomalie [1] weniger als 1% [2]. Der Umstand, daß die elektro-kardiographischen und hämodynamischen Untersuchungen fast in jedem Fall überraschende pathologische Raritäten an den Tag bringen, kann wahrscheinlich dem seltenen Vorkommen zugeschrieben werden.
Der anatomische Charakter der Anomalie bringt im rechten Herzen eigenartige Kreislaufverhältnisse zustande. Da 1 oder 2 Segel der Trikuspidal-klappe ihren Ursprung unterhalb des Annulus auf dem Endokard der rechten Kammer haben, gliedert sich das rechte Herz anatomisch als auch funktionell in 3 Teile. Die Klappen anomalen Ursprungs teilen die rechte Kammer in einen proximalen und einen distalen Abschnitt (Abb. 1:R. K. j und R. K. n.) Der dünnwandige distale Abschnitt gehört nur funktionell zur rechten Kammer und ist mit dem rechten Vorhof zusammengeschmolzen, d. h. atrialisiert [3, 4], Der Vorhof besteht demzufolge eigentlich aus 2 Höhlen: Ein Teil des Vorhofs, der eigentliche rechte Vorhof verrichtet die Vorhofkontraktion, während die Aufgabe der Kammerkontraktionen dem proximalen Kammerabschnitt zufällt. Diese letzterwähnten Kontraktionen sind jedoch im Verhältnis zu den Kontraktionen des dickwandigeren distalen Kammerabschnitts träger.
Die anatomische und funktionelle Faradoxie des proximalen rechten Kammerabschnitts kann auch weitere Konsequenzen zur Folge haben. Wie das auch aus unserem Fall hervorgeht, kann der atrialisierte Kammerabschnitt nicht nur im Kammerrhythmus sondern auch im Vorhofrhythmus, synchron mit dem rechten Vorhof funktionieren.
Acta Medica Academiae Scientiarum Hungaricae 23, 1966