Bővebb ismertető
Diese Zeilen entstehen in einer gewissen Eile, die unserer Arbeit allzuoft eigen ist. Wenn ich mich auch schon langer mit KuBmaul bescháftige, so stellt die Aufgabe doch eine Herausforderung im Alltag des Berufes dar. - KuBmaul schreibt in seinen Jugenderinnerungen eines altén Arztes", daB sein Weg vom Landarzt zum klinischen Lehrer vielfach Neugierde erregte, weil er nur selten, wenn je, begangen worden sei. Dies war ein wesentliches Motiv für ihn, seine Erinnerungen aufzuschreiben. In der Einleitung der Jugenderinnerungen" mahnt er bei den Nachfahren kluge Besonnenheit an, damit sie den im 19. Jahrhundert angesammelten wissenschaftlichen und politischen Besitz bewahren. Deutsche Politik verspielte in schneller Folge beides. Um so mehr will ich versuchen, von KuBmaul so zu berichten, daB etwas von seiner Menschlichkeit, von dem Arzt und Forscher, bewahrt bleibt. KuBmaul - Person und Werk heute? Hiermit frage ich nach seiner Stellung innerhalb der Medizingeschichte ebenso wie danach, was historische Realitát bedeutet. Wir finden KuBmaul an erster Stelle neben Klinikern wie Friedreich, Griesinger und in Frankreich Charcot, die als bedeutende Kasuistiker in die Medizingeschichte eingegangen sind; KuBmauls Gesichtspunkt, ob ein Fali veröffentlicht werden sollte, lautete: So ein Fali muB so wichtig sein, daB niemand, der spáter über das gleiche Gebiet schreibt, ihn übersehen darf." Die Darstellungen der Kasuistiker ergánzten sich mit den grundlegenden, modernen Systemen der Physiologie und Pathologie von J. v. Müller und Virchow. KuBmaul war, schlicht gesagt, ein sehr guter A^zt. Reiche Gaben waren ihm geschenkt, aber an vielem hat er auch hart gearbeitet, so daB sein humaner Zuschnitt ganz auBerordentlich war; ebenso groB aber war seine Vielseitigkeit in der Forschung, sie reichte von der Kinderund Frauenheilkunde bis zur Neurologie und Psychiatrie, wobei sie ihr Zentrum in der inneren Medizin hatte. Ich stelle KuBmaul in seinem Rang zwischen Rudolf Virchow und Albert Schweitzer, der ein medizinischer Enkel KuBmauls war, denn er studierte bei A. Cahn, KuBmauls bestem und liebstem Schüler in StraBburg Medizin. Wenn wir versuchen, historisch gewonnenes Wissen in die Gegenwart zu reintegrieren, werden wir bei der Lektüre dieser Skizze sehr persönliche, freilich auch kritische Fragen stellen können. Wie sehe ich meine Aufgabe als Arzt, Lehrer und Forscher? Wie eng oder weit fasse ich meinen medizinischen Auftrag? Gibt es eine Sprache zwischen dem Arzt und Forscher in mir? Hat sich nicht durch die moderne Diagnostik und Therapie eine zu groBe Distanz zwischen mir und den Patienten aufgetan? Hat die naturwissenschaftliche Medizin nicht eine Tendenz, sich dem Exakten zu unterwerfen, statt es zu nutzen? LáBt sich der Arzt nicht durch den Forscher überwál-