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VORWORT
Die Augen der Welt riditen sich auf Afrika. Man hat 1960 mit Recht das Afrikajahr genannt. Mit einem Male ist der „dunkle Kontinent" ins Rampenlicht der Weltgeschidite getreten. Kein anderer Erdteil hat in so kurzer Zeit einen solchen Umbruch erlebt wie er. Im einen Jahr 1960 sind da 17 neue Staaten ins Leben getreten, zum Teil mit sehr beunruhigenden Begleitumständen. Wie ist das gekommen? Wie geht es weiter? Welches sind die Probleme deis neuen Afrika? Welche Stellung nimmt die Kirche ein? Man kann ja, ganz abgesehen von seiner religiösen Überzeugung, gar nidit von Afrika reden, ohne immer wieder auf die Bedeutung und die Leistungen der Mission zu stoßen. Wir wollen versuchen, auf diese Fragen Antwort zu geben und die großen Entwicklungslinien vom alten zum neuen Afrika aufzuzeigen.
Wer heute nichts von Afrika weiß, wird sich zum mindesten blamieren. Vor allem aber kann es sich Europa nidit leisten, gleichgültig der Entwicklung seines südlichen Nachbarn zuzusehen. Es spielt sich dort ein gutes Stück unseres eigenen Schidtsals ab. So liegt uns daran, die folgenden Ausführungen, die wir für eine Zeitsdirift zu schreiben gebeten wurden, in überarbeiteter Form einem weiteren Kreis zugänglidi zu machen. Sie können dem durchschnittlichen Leser, der nicht didke Afrikabüdier und Bände von Zeitschriften durcharbeiten kann, helfen, die Hintergründe der Entwidklung kennenzulernen und Einzelheiten, die man heute täglich in der Zeitung liest, in den Gesamtrahmen hineinzustellen.
Meinem Mitbruder P. Nestor Werlen danke ich für die Durchsicht des Manuskripts und für gewisse Hinweise.
Freiburg/Schweiz, Oktober 1960
Dr. P. Walbert Bühlmann OFMCap