Bővebb ismertető
VORWORTAngeregt durch den Wunsch vieler Freunde, legen wir in diesem Buche einen Teil von Studien über die Grundmotive des neutestamentlichen und allgemein des christlichen Denkens vor, die wegen der Ungunst der Verhältnisse noch nicht in ihrem ganzen Umfang veröffentlicht werden können. Wenn wir gerade den letzten und wohl auch schwierigsten Teil dieser Arbeiten zuerst bringen, so veranlaßt uns dazu die religiöse Situation der Gegenwart, die kaum ein Problem als so vordringlich erscheinen läßt wie das der Liebe", und zwar nicht allein in sozialer oder politischer, sondern fast mehr noch in personaler und seelsorglicher Hinsicht. Es ist eine Frage von eminent ,,existentieller" Bedeutung, deren Beantwortung sowohl die Lebens- und Menschenkunde, einschließlich der Moral und Psychotherapie, als auch die Metaphysik (speziell die Ontologie) und Dogmatik zutiefst angeht. Im Unterschied zur Motivgeschichte, die wenigstens im Verein mit semasiologischen, d. h. vorab bedeutungsgeschichtlichen Forschungen in den letzten Jahrzehnten stärkere Beachtung gefunden hat, stellt die Motivtheologie, um die es sich in den vorliegenden Untersuchungen handelt, ein bisher wenig bearbeitetes, weithin sogar noch unentdecktes Gebiet dar. Nichtsdestoweniger dürfte sie zumal für uns, die wir doch in einem Geisteswandel sondergleichen stehen, von größtem Belang sein, da von ihr aus erst die eigentlichen Hinter-gründe und Sinnzusammenhänge unserer persönUchen Existenz wie des gesamten Weltgeschehens sichtbar werden. Unter Motiv" verstehen wir hier nicht ohne weiteres die subjektiven Beweggründe" des Flandelns, auch nicht schon das gegenständliche ,,Thema", über das gehandelt wird, oder die Idee" in ihrer abstrakten Objektivität, sondern eine intersubjektive oder ?ersubjektive Gegebenheit, die eine sinn- und richtunggebende Triebkraft auf das Denken und Verhalten der Menschen, also auf die Geistes- und Kulturgeschichte ausübt, ähnlich dem ,,Leitmotiv" in einer musikalischen Komposition. Als geistige, aber durchaus geschichts-mächtige Antriebsform ist das Motiv ein Mittleres zwischen der abstrakten Idee und dem konkreten Beweggrund. Es hat