Bővebb ismertető
Vorwort
Liebe Leser!
Man braucht gar nicht an die verschiedenen Gewaltakte der vergangenen Monate zu erinnern, um sich der Tatsache bewusst zu sein, dass die Gesellschaft im Begriff ist, in einem endlosen Strudel zu versinken. Die Terrorakte sind in unser aller Gedächtnis präsent und stehen für eine Eskalation des Schreckens. Diese Taten beweisen, dass jene, die sie begehen, unfähig sind, Gewaltlosigkeit als eine echte Alternative in Betracht zu ziehen. Die aus einem archaischen Denken hervorgehende Gewalt bedeutet die Weigerung, den Wert des Lebens als höchstes Gut anzuerkennen. In einer von Hass gegen die Gesellschaften der Väter getragenen und von sektiererischem Gedankengut geleiteten Mischung aus politischem und religiösem Unverständnis versinkt die Welt in einem Chaos, und niemand kann ermessen, welche Auswirkungen das für die künftigen Generationen haben wird.
Diese Gewalt darf aber die aufgeklärten Geister nicht lähmen und daran hindern, auch weiterhin darauf zu hoffen, dass die Toleranz siegen und die Wunden heilen werden. Gewalt jeglicher Art hat noch nie zum Frieden geführt. Das haben die Konflikte der vergangenen Jahrhunderte bewiesen. Der Antrieb zum Frieden muss von jedem Einzelnen ausgehen. Wir dürfen uns nichts vormachen: Ohne gegenseitige Toleranz für das, was der jeweils andere denkt, werden sich die Fronten nicht bewegen. Die Vorstellung, man könne seinen Glauben, seine Überzeugungen oder Werte mit Gewalt oder Terror den anderen aufzwingen, ist nur eine Illusion.
Wer Wind sät, wird Sturm ernten, und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. In der Bibel finden wir zahlreiche weise Sprichwörter, wie etwa: „Die Väter essen saure Trauben, und den Kindern werden die Zähne stumpf (Hesekiel 18, 2). Das ist eine Aufforderung an uns, verantwortlich zu handeln und Toleranz auch für die kommenden Generationen zu wahren. Welches Erbe werden wir unseren Kindern hinterlassen? Es ist so viel die Rede von der Bewahrung der Umwelt. Wie aber sieht es mit unserer Umwelt im Hinblick auf Toleranz aus? Warum beklagen wir uns eigentlich immer nur und prangern die Ausschreitungen jener an, die sich feindlich gegenüberstehen, weil sie dem anderen das eigene Leid zurückzahlen wollen und sich dabei an Rachegelüsten und Hass überbieten?