Bővebb ismertető
Te i 1 A
Ergebnisse und Probleme aus dem eigenen Arbeitskreis^)
Wälirend in vielen außerdeutschen Ländern die radioaktiven Isotope bereits seit Jahren zu einem unentbehrlichen und fast selbstverständlichen Bestandteil in Technik, Wirtschaft, Medizin und Forschung geworden sind, beginnt sich erst neuerdings eine solche Entwicklung auch in Deutschland allmählich anzubahnen, und es gilt, die Parität auf diesen Gebieten wieder zurückzugewinnen. Daher soll es Aufgabe der nachfolgenden Ausführungen sein, an Hand einiger Beispiele die Aktualität des Themas vor Augen zu führen, wobei naturgemäß solche Probleme zu diskutieren sind, die zur Zeit in unserem Arbeitskreis vornehmlich bearbeitet werden und die auf der letzten Oxforder Isotopenkonferenz (1954) im Mittelpunkt des Interesses standen.
I. Biochemie und medizinische Grundlagenforschung
Die Verwendung künstlich radioaktiver Isotope (kurz: Radioisotope) auf biochemischen und pharmakologischen Gebieten haben unsere Kenntnisse über das Schicksal von Spurenstoffen, über den intermediären Stoffwechsel, über Utilisa-tion von Nährstoffen und über den Wirkungsmeohanismus neuer Pharmaka in kurzer Zeit wesentlich erweitert und vertieft. Gerade in der pharmazeutischen Industrie beginnen die Radioisotope für die präparative Chemie bei der Synthese neuer Heilmittel sowie deren Prüfung im Tierexperiment und am biologischen Modell überhaupt zu unentbehrlichen Hilfsmitteln zu werden, wobei die Korrelationen zwischen Chemie und Biologie immer enger werden. Die Notwendigkeit zur Markierung komplizierter organischer Verbindungen durch radioaktive Isotope an verschiedenen Stellen im Molekül stellt den präparativen Chemiker vor bisher wenig bearbeitete Syntheseprobleme. Diese große Bedeutung der künstlich radioaktiven Isotope wird durch folgende Kriterien skizziert: Die Radioisotope eines Elementes sind im Gegensatz zu den stabilen Isotopen durch die bei ihrem Zerfall entstehende und ausgesandte Strahlung (im wesenthchen handelt es sich um ß-, ß- und y-Strahlung) besonders leicht nachweisbar. Da sich Isotope chemisch und auch biochemisch völlig gleichartig verhalten, kann durch eine solche radioaktive Markierung eines Elementes oder Etikettierung einer chemischen Substanz auch vom kompliziertesten molekularen Aufbau ihr Schicksal im Organismus selbst quantitativ noch dann verfolgt werden, wenn die Grenze der bisher üblichen und als besonders empfindlich angesehenen chemischen und physikahschen Nachweisverfahren beträchtlich überschritten ist. Der Nachweis der emittierten Strahlenquanten bzw. -partikel ist so empfindlich, daß praktisch der Zerfall einzelner Atome registriert werden kann; d. h. es genügt, wenn die Substanz nur durch einige wenige Atome der Radioisotope markiert wird. Dadurch werden Probleme der Bearbeitung zugänglich, die mit den bislang bekannten Nachweismethoden prinzipiell nicht abzuklären waren. Es sei als Beispiel dafür in diesem Zusammen-
1) Erweiterte Passung eines Vortrages anläßlich der 25-Jahr-Feier des Institutes für Strahlenforschung der Humboldt-Universität zu Berlin am 25. März 1955.