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VORWORTDer 90. Geburtstag Albert Schweitzers am 14. Januar 1965 war in vielen Teilen der Welt Anlaß, des großen Urwalddoktors" in Liebe, Verehrung und Dankbarkeit zu gedenken. Von überall her wurden dem Neunzigjährigen herzliche Glückwünsche dargeboten. Die Gedanken eines nicht unbedeutenden Teiles der Menschheit richteten sich an diesem 14. Januar an das Ufer des Ogowe und weilten bei dem edlen Menschenfreund, bei seinem Leben und seinem Werk.Was aber läßt Millionen Menschen ungezählter Völker der heutigen Zeit zu einem Mann aufschauen, dessen Wurzeln im vergangenen Jahrhundert liegen, in einer Epoche, die mit dem ersten Weltkrieg ihren Abschluß fand? Wie kommt es, daß dieser Mann auch den heutigen Menschen zum Beispiel und Vorbild geworden ist, daß sein Werk auch für die Menschen der Gegenwart richtungweisend ist?Ist es das Hospital im Urwald, der Arzt, der den Afrikanern Heilung bringt, das Lepradorf, sind es die Bilder und Filme, die der Welt sein Wirken gegenständlich erscheinen lassen, ist es allein der zu einem Begriff gewordene Name Lambarene, der die Menschen bewegt?Natürlich haben die Menschen durch Lambarene zu Albert Schweitzer gefunden. Der tiefste Grund für die gewaltige Ausstrahlungskraft seiner Persönlichkeit aber ist die Tatsache, daß er als ein Mensch unserer Zeit dasteht, bei dem Wesen, Denken und Handeln in seltenem Maße übereinstimmen. Der Humanist Albert Schweitzer, der den Wünschen und Hoffnungen unseres Jahrhunderts nach Frieden durch seine Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben Kraft gibt und ihrer Verwirklichung durch sein Tun im Bündnis mit den immer mehr erstarkenden Friedenskräften auch Bahn bricht, der Denker des5