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ooooaooooocgürer ist im Hinterhause eines Nürnberger Patriziers ge-
I 8 boren, als das dritte von achtzehn Kindern. Sein Vater
II lg war Goldschmied, sein Pate ein berühmter Buchdrucker: ^ ^ Anton Koberger. Auf der Schule lernte er nur das Not-
Soooooooooou wendigste: Lesen, Schreiben, Rechnen. Mit 13 Jahren wird er Lehrling seines Vaters und auch für Albrecht Dürer, wie für so viele große Künstler, erwies sich das Goldschmiedehandwerk als vortreffliche Kunstschule. Wer einmal in der erzherzoglichen „Albertina" in Wien das Selbstbildnis des Dreizehnjährigen gesehen hat, staunt über des Knaben sichere Hand.
Aber der Junge wollte lieber Maler werden, nicht etwa aus Sehnsucht nach ungebundenem Künstlertum. Denn akademische Freiheit gab's damals noch gar nicht. Auch der Maler war Ge-werbler. — Dem Vater tat nur der Verlust der Lehrzeit leid, aber schließlich gab er doch nach und schickte den 15jährigen Sohn zum Maler Wohlgemut. Der war weit bekannt und hatte eine Werkstatt für Malerei, Illustration, Holzschnitt usw. — Der junge Dürer blieb dort drei Jahre Lehrling und hatte viel unter den rohen Gesellen zu leiden.
Aus dem letzten Lehrjahr (1489) ist die Zeichnung in der Kunsthalle zu Bremen (Tafel 1): Herren und Damen, womöglich zu zweit, hoch zu Roß. Dem Jungen gefiel das volle, lustige Leben der Reichen seiner Zeit, und so was Schwieriges darzustellen reizte ihn. Andere Bilder benutzt er dazu als Vorlage und Anlehnung. Aus Zeichnungen anderer hat Dürer immer zu lernen gewußt. Etwas Wichtiges macht er schon besser. Er gibt die Figuren deutlicher und gibt ihnen mehr Körperlichkeit durch Licht- und Schattenbildung. Aber im allgemeinen entspricht die Zeichnung dem Geschmack von damals. Dürer war kein Wunderkind, er ist nicht ungestüm vorgegangen.
Im Frühjahr 1490 geht's auf die Wanderschaft. Er will zum berühmten Kupferstecher und Maler Schongauer in Colmar.
Der zeichnete alles viel klarer und feiner als die Nürnberger Maler. Der war überhaupt ganz anders. Nicht so ungelenk und