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^^^^ bwohl Dürer auch in anderer Beziehung zu bewundem ist, ^^^^^^ doch was drückt er nicht alles im Einfarbigen, das heißt mit m If schwarzen Strichen aus? Schatten, Licht, Glanz, Vorragendes
¦ W V und Einspringendes, wobei sich aus der Lage eines Dinges für
AB W dieAugenderBetrachternichtbloßeineVorstellimgdarbietet.
^^^ M Scharf erfaßt er die richtig abgewogenen Verhältnisse und ihr
Zusammenstimmen. Was malt er nicht alles, auch was man ^^^^^ nicht malen kann, Feuer, Strahlen, Dormer, Wetterleuchten,
Blitze oder Nebelwände, wie man sagt, die Sirme, alle Gefühle, endlich die ganze Seele des Menschen, die sich aus der Bildung des Körpers offenbart, sogar fast die Stimme selbst. Dies stellt er mit den glücklichsten Strichen und eben diesen schwarzen so vor Augen, daß du dem Werk Unrecht tim würdest, wenn du Farbe auftrügest. Oder ist es nicht vranderbarer, abseits des hohen Farbenglanzes darin groß zu sein, worin sich Apelles im Schutz der Farben auszeichnet?" In diesen Sätzen des Erasmus von Rotterdam*, geschrieben kurz vor Dürers Tod, ist der epochemachende Beitrag des Meisters zum Aufstieg der deutschen Graphik gerecht und präzise gewürdigt. Der Humanist begrüßte den Künstler als einen Rea= listen, dem es gelungen war, die anorganische imd die organische Natur in ihrer gan= zen Fülle nachzubilden, indem er zugleich die Kunst um eine Fertigkeit bereicherte, welche die Alten nidit besessen hatten.
Deutschland war im Verlauf des 15. Jahrhunderts zimi Hauptschauplatz der ersten großen Auseinandersetzimg zwischen Bürgertum und Feudalismus geworden. Im Zusammenhang damit hatte sich die „gedruckte Kunst" — so nannte Dürer die Druckgraphik — zur unentbehrlichen geistigen Waffe entwickelt. Die bekannte Tat= Sache, daß — wie Dehio sagt — die Graphik der Kunst der Dürer=Zeit „eigentlich die Signatur" gegeben hat, ist nicht aus irgendeiner geheimnisvollen Neigung des nor= dischen Menschen zum linearen Stil zu erklären, sondern aus dem Bedürfnis des kämpfenden Bürgertums, das Bildungsmonopol der herrschenden Klasse in einer allgemein verständlichen Bildersprache anzugreifen, die unter den Volksmassen zirkulieren konnte.
Anders als der feinere, teurere Kupferstich, der damals nur sehr selten als Buch= schmuck diente, wuchs der Holzschnitt in enger Verbindung mit dem Buch heran. Aber er wuchs zunächst mehr in die Breite als in die Höhe. Bis in die achtziger Jahre des 15. Jahrhunderts war die Xylographie ein Gewerbe außerhalb der Maler= und
* Deutsch von Max Steck.