Bővebb ismertető
Aus dem Institut für Bodenkunde Eberswalde
der Deutschen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften zu Berlin (Direktor; Prof. Dr. E. Ehwald)
Ernst Ehwald
Entwicklungslinien in der Geschichte der Bodenkunde
Eingegangen: 3. 10. 1963
I
Die Bodenkunde ist eine noch junge Wissenschaft, deren Wurzeln jedoch weit zurückreichen. Ihr Forschungsgegenstand, der Boden, ist eine außerordentliche komplexe Naturerscheinung, die unter den verschiedensten Gesichtspunkten betrachtet werden muß, er ist zudem das wichtigste Produktionsmittel in der Land-und Forstwirtschaft.
Daher haben zur Entwicklung der Bodenkunde nicht nur verschiedene Naturwissenschaften, wie insbesondere Chemie, Geologie und Botanik, beigetragen, sondern auch technisch-ökonomische Wissenschaften, vor allem die Landwirtschafts- und Forstwissenschaft, und daher hat sich auch die Entwicklung der Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse auf Entstehung und Weiterentwicklung der Bodenkunde oft unmittelbar ausgewirkt.
Wenn wir also Entwicklungslinien in der Geschichte der Bodenkunde herausarbeiten wollen, so müssen wir dabei ebenso vielseitig vorgehen wie bei dem Versuch, das Wesen des Bodens zu erfassen ( vgl. E. Ehwald [1]). Zunächst ist es notwendig. Entstehen, Wachstum und Wandlungen der Kenntnisse und Vorstellungen über den Boden in ihrer zeitlichen Folge zu ermitteln und darzustellen. Dazu geben die bisherigen Arbeiten zur Geschichte der Bodenkunde [2—4] sowie zur Geschichte der Agrikulturchemie [5—7] wertvolle Grundlagen. Dagegen ist es bisher trotz einiger Ansätze [2, 8, 9] noch nicht genügend gelungen, die Verbindungslinien zwischen den einzelnen Erkenntnisfortschritten, Vorstellungen und Lehrmeinungen innerhalb der Bodenkunde sichtbar zu machen und ihr Entstehen, ihre Wandlungen sowie gegebenenfalls ihre Ablösung durch neue Vorstellungen zu erklären. Dabei müssen die Beziehungen zu den Anschauungen in Grund- und Nachbarwissenschaften sowie den philosophischen Auseinandersetzungen der jeweiligen Zeit und die Einflüsse technisch-ökonomischer Fortschritte in der Land- und Forstwirtschaft auf der Grundlage der gesellschaftlichen Gesamtentwicklung herausgearbeitet werden. Insbesondere ist auch zu prüfen, wie die verschiedenen Wesensmerkmale und Eigenschaften des Bodens selbst Schritt für Schritt erkannt wurden und von welchen Vorstellungen in Grund-und Nachbarwissenschaften das bedingt war.
Das sind große und schwierige Aufgaben, deren Lösung eingehende Kenntnisse nicht nur in der Geschichte der Bodenkunde, sondern auch in zahlreichen Nach-