Bővebb ismertető
Alpsee bei Immenstadt und die Allgäuer Berge
Land und Leute
Eine Legende erzählt, der Teufel habe
ausgerechnet im Allgäu Jesus auf einen
Berg begleitet, ihm bei schönstem
Sonnenschein das Land vom Bodensee
bis zum Lech gezeigt und ihn verführen
wollen. Wir wissen, der Böse hatte kei-
nen Erfolg, obwohl sein Angebot sehr
verlockend war: bizarre Felsgrate,
weite Täler, malerische Weiler und
Städtchen zwischen Wiesen und Wäl-
dern, guter Ackerboden drunten im
Unterland, saftige, bunte Wiesen im
Oberland. Aber es ist bezeichnend, daß
diese biblische Geschichte ausgerech-
net ins Schwabenland verlegt wurde,
und zwar nicht erst seit hierzulande
viele Fremde zu Besuch kommen. Das
ist erst seit knapp hundert Jahren der
Fall. Es war aber auch ohne Kurgäste
hier bestimmt nicht langweilig. Für
Unterhaltung sorgten die Einheimi-
schen, die man heute am besten unter
dem Namen Allgäuer kennt. Als die
Schwaben noch nicht in Elsässer,
Schweizer, Vorarlberger, Württember-
ger und bayerische Schwaben aufge-
splittert waren, gaben sie zur Zeit der
Hohenstaufen im Heiligen Römischen
Reich den Ton an.
Das schwäbische Eigenleben hat sich
in der Auflösung des Herzogtums in
kleine und kleinste souveräne Länd-
chen sehr deutlich gezeigt. Nur das
Schwabenland in seiner üppigen kultu-
rellen, politischen und wirtschaftlichen
Vielfalt konnte die Heimat der Indi-
vidualisten sein, die wir als die „Sieben
Schwaben" kennen: den Knöpfle-
schwab, den Spiegelschwab, den Nestle-
schwab, den Gelbfüßler, den Seehasen,
den Blitzschwab. Sicher hat es diese
sechs Schwaben schon oft gereut, daß
sie bei ihrer abenteuerlichen Jagd am
Bodensee vor lauter Angst ihre Rolle
als Individualisten vergessen und den
Allgäuer zum Anführer bestellt haben.
Wer ins bayerische Schwaben und ins
Allgäu kommt, ist von der Schönheit
und dem kulturellen Reichtum beein-
druckt. Er läßt sich auch gerne von
den bayerisch gewordenen Schwaben
betreuen und folgt der Empfehlung, die
Johann Wolfgang von Goethe seinen
Reineke Fuchs zum angetrauten Weibe
sagen ließ:
,,Laßt uns nach Schwaben entfliehn!
Hilf Himmel! Es findet süße Speise