Bővebb ismertető
Vorwort
Die Einführung moderner Schmeizaussclialtungsveifahien, der Anti- und Asep-tik, der Röntgenstrahlen für diagnostische und therapeutische Zwecke und zuletzt der Chemotherapie hat zu einer so stürmischen Aufwärtsentwicklung und weitgehenden Spezialisierung der Chirurgie geführt, daß es heute einem einzelnen nicht mehr möglich ist, alle Zweige der operativen Medizin zu überblicken, geschweige denn zu beherrschen. Allen operativen Spezialfächern ist aber die theoretische Giundlage des chirurgischen Handelns, die Allgemeine Chirurgie, gemeinsam. Dabei sind die Grenzen der allgemeinen Chirurgie nicht ein für allemal festgelegt, sondern weiden jeweils von der aktuellen Entwicklung des Faches bestimmt. Wenn H. Franck am Ende des vorigen Jahrhunderts die allgemeine Chirurgie noch als „einen Teil der allgemeinen Pathologie, aus welcher sie nur bestimmte Kapitel heiausgreife", bezeichnet, so ist damit heute ihr Umfang nicht mehr erschöpft. Bakteriologie, Pharmakologie, Physik, Chemie und vor allem die normale und pathologische Physiologie sind hinzugekommen und haben beigetragen, das heute so gewaltige Gebäude der modernen Chirurgie mit einer soliden theoretischen Grundlage zu versehen. Diese Basis muß sich der Student der klinischen Fächer aneignen, wenn er den Erörterungen spezieller chirurgischer Fragen mit Verständnis folgen will. Der angehende Chirurg wird darüberhinaus bestrebt sein, sein Wissen um die theoretischen Voraussetzungen seines Faches ständig zu erweitern und zu vertiefen. Wer bei der Erlernung der Chirurgie, die Übersetzung von "/ßiQOvgyia = Handwerk allzu wörtlich nehmend, sein Augenmerk nur auf das Technische richtet, vergißt, daß Handfertigkeit allein nicht den guten Chirurgen macht. In der therapeutischen Dreiteilung von Vor-behandlung, Operation und Nachbehandlung liegt das Schweigewicht nicht immer auf dem operativen Eingriff, oft stellen Vor- und Nachbehandlung viel höhere Anforderungen an die Kenntnisse und Fähigkeiten des Chirurgen. Auch eine wissenschaftliche Auswertung erzielter Ergebnisse ist, soll sie nicht von vornherein Stückwerk oder reine Kasuistik bleiben, nur auf der Grundlage soliden theoretischen Fachwissens möglich.
Der Plan zu diesem Buch entstand auf Grund der an der Universität Greifswald gehaltenen Vorlesungen über allgemeine Chiruigie. Es fiel dabei auf, daß den Studenten ebenso wie den jüngeren ärztlichen Kollegen in der Klinik ein Lehrbuch fehlte, das den Stoff zwar gedrängt, aber trotzdem weitgehend vollständig abhandelt. Neben einem einprägsamem Text sollte dabei vor allem auf instruktive Abbildungen Wert gelegt werden, um das Verständnis schwieriger Zusammenhänge zu erleichtern.
Historisches wurde nicht weggelassen, sondern soweit es die eigentliche Geschichte der Chirurgie betrifft, in einem besonderen Abschnitt abgehandelt. Außerdem erhielten die einzelnen Kapitel jeweils kurze historische Hinweise.
Um die Bedeutung der Röntgenstrahlen für die chirurgische Diagnostik und Therapie in kurzer und doch umfassender Weise für die Zwecke dieses Lehrbuches zur Darstellung zu bringen, bedulfte es der Erfahrung des Spezialisten. Herr Prof. Dr. D. v. Keiser, Jena, war dazu wie kaum ein anderer Vertreter des Strahlenfaches die geeignete Persönlichkeit.