Bővebb ismertető
Vorwort.
Vom Chirurgen erwarten manche Kreise, und nicht bloß Laien, in erster Linie operative, weniger diagnostische Leistungen. Man denkt, daß der Chirurg schließlich doch auf jeden Fall operieren werde. So kommen Kranke, besonders solche mit Krankheiten des Körperinnern, vielfach zuerst zum inneren oder einem anderen Facharzt, der die Diagnose stellen und entscheiden soll, ob es sich um eine intern oder operativ zu behandelnde Krankheit handle; wird eine Operation für angezeigt gehalten, dann erst wird der Chirurg zugezogen, um die entsprechende Operation auszuführen.
Würde man nach einem Vergleich der großen Zahl intern-diagnostischer Lehrbücher mit der geringen Zahl von Lehrbüchern der chirurgischen Diagnostik, die das deutsche Schrifttum besitzt, urteilen, so könnte man dieser Auffassung eine gewisse Berechtigung nicht absprechen.
Dennoch ist diese mißtrauische Stellung zur diagnostischen Leistung des Chirurgen ganz und gar unberechtigt; sie entspricht in keiner Weise dem derzeitigen Stand der chirurgischen Diagnostik und insbesondere nicht den Bedürfnissen der Kranken. Denn der Chirurg, der für den Eingriff verantwortlich ist, muß im allgemeinen auch die Diagnostik des Leidens, wegen dessen operiert werden soll, beherrschen. Ja, die chirurgische Diagnostik ist, gerade bei inneren Leiden, sehr oft äußerst dringlich, sie muß auf viele Fragen ganz bestimmt und scharf antworten. Insbesondere bei den akutchirurgischen Krankheiten der Bauchhöhle, bei denen der Erfolg des Eingriffes und das Leben des Kranken vielfach von Stunden abhängen, muß der Chirurg mit kurzem, raschem Blick die Lage beurteilen, die vorliegende Krankheit nach Möglichkeit sofort erkennen und die Art des Eingriffes bestimmen. Aber auch bei den chronischen Erkrankungen muß die chirurgische Antwort auf die diagnostische Frage oft viel klarer und bestimmter lauten, alsesandere Fächer verlangen. Und ist keine positive Diagnose möglich, so muß die chirurgische Diagnostik wenigstens so weit getrieben werden, daß sie gefährliche Erkrankungen bestimmt ausschließen kann.
Für den verantwortungsbewußten Chirurgen ist es eine Selbstverständlichkeit, daß er zur Vollendung der Diagnose den Rat der anderen medi-zinischen Fächer in weitgehendstem Maße zu Hilfe zieht. Fremder Rat schwächt nicht die Stellung des Arztes, der ihn sucht; gerade das Gegenteil ist der Fall 1