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VORWORT » Wenn ich deine Freundsdhtaft nicht hatte, würde man mich unbedenklich zum Selbstmord treiben, und so feig ich auch bin, schliefilich würde ich es doch tun. Das ist der Punkt - und ich hoffe, auch du erkennst das -, wo es uns erlaubt ist, gegen die Gesellschaft zu protestieren und uns zu verteidigen«: diese Worte Vincent van Goghs, seinem Brúder nicht viel mehr als ein Jahr vor jenem 27. Juli geschrieben, da er sich auf den Feldern von Auvers in »áufierster Einsamkeit« die todbringende Revolverkugel in die Brust sdioC, offenbaren hödist eindringlich die Problematik dieses Lebens - sie bekunden, wie sehr der scheinbar so weltfremde Künstler sein Schicksal in unlösbarer Verstrickung sah mit den Verháltnissen seiner Zeit, mit jener Gesellschaft, »wo es nur um Gold und Soldaten geht«, und sie bezeugen zugleich die innige Verbundenheit mit dem Brúder Theo, der in nie ermüdender Aufopferungsbereitschaft Vincents Schaffen das materielle Fundament gab. Die Erkenntnis, einer dem Ursprünglich-Menschlichen abtráglichen, ja feindlichen Umwelt ausgeliefert zu sein - die dem Zeitgenossen Paul Gauguin die Worte entlockte: »In Európa bereitet sich für das kommende Geschlecht eine furchtbare Zeit vor: Die Herrschaft des Goldes. Alles ist verfault, die Menschen und die Kunst« sie stand am Beginn der künstlerischen Entwicklung Vincent van Goghs, und sie prágte entscheidend die Gestalt dieses seinem Wesen nach im ausgehenden 19. Jahrhundert einmaligen Werkes. Im Borinage, dem südbelgischen Kohlenabbaugebiet, einem Zentrum kapitalistischer Lebenswirklichkeit, bot sich dem jungen Vincent nackt und blofí das wahre Gesidit eines Gesellschaftssystems, dessen entmenschlidiende Ausbeutung der Vielen sich in wohlklingenden 5