Bővebb ismertető
IVIanche Dinge verstehe ich einfach nicht. Ich lasse mich ganz leicht von einem Wort oder einem Blick oder einem unbedeutenden Ereignis verwirren, und dann kann ich nicht umhin zu fragen, warum mein Leben gerade so und nicht anders verlaufen soll. Am Ende stelle ich immer Fragen, auf die ich keine Antworten bekommen kann.
Diese Unzufriedenheit begann im kleinen beim nächtlichen Zubettgehen. Vielleicht nicht edle, aber doch viele Nächte, sehr viele meiner Nächte wurden unbegreiflich.
Sie können sich sicher vorstellen, wie ich da ganz normal eingewickelt im Bett liege, die Augen geschlossen, der Körper zwischen zwei gewohnten, friedlichen Laken, eine Atmosphäre ruhiger und vernünftiger Entspannung. Malen Sie sich die störungsfreie Zeit vor dem Morgengrauen aus, ohne Hunde, ohne Motorenlärm, ohne Stimmen, über meinem Gesicht döst nichts als unbewegte, dunkle, sanfte Luft, unendlich ausgedehnt. Und da liege ich, bereit, ohne Umstände einzuschlafen, gerade in der richtigen Position, den Lohn meines Tagwerks einzufahren. Aber ich schlafe nicht.
Statt dessen vollführe ich seltsame Turnübungen. Ich bin müde und unsportlich und erschöpft bis auf die Knochen, bis aufs Blut, und dennoch verschwende ich die wertvollen Stunden bis zum Tagesanbruch freiwillig mit Aktivitäten, die weder mit Erholung noch mit Schlaf zu tun haben.
Nicht überrascht, aber enttäuscht muß ich feststellen, daß ich wieder Sex habe.
Ich nehme teil, ich bin Teil eines größeren, verrückten Ganzen, das mit Armen und Beinen rudert, sich windet und plumpst, wie es im Licht des Tages höchst lächerlich erschiene. Aber auf eine Art, die ich wiedererkenne, der ich mich nicht entziehen kann, wenn ich das Spiel erst einmal anfange. Also wird das Bett, das ich heute morgen fünf Minuten lang gemacht habe - mit geraden Kanten wie im Krankenhaus, weil es mir irgendwie gefällt und ordentlich aussieht - in wenigen Augenblicken zerwühlt, Laken knüllen sich unter meinem Rückgrat zusammen, Kissen fallen herab, und das Licht geht an.