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VORWORT Bereits wenige Monate nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges versammelten sich Vertreter des amerikanischen National Lutheran Council zu einer Konferenz in Chicago, um erste Pláne für eine grofizügige Hilfsaktion zu machen. Die Mánner, die hier zusammenkamen, sahen sich vor einer schweren Aufgabe. Die in zwei Jahrzehnten mühsam erkámpfte Einheit des Weltluthertums war dahin. Krieg und Zerstörung hatten in einem lutherischen Lande nach dem anderen ihren Tribut gefördert. Die Not war grófi und würde noch gröfier werden. Inmitten all dieser Spannungen mufite ein Weg gefunden werden, die Not der Kirche so eindringlich darzustellen, dafi Menschen bereit wurden, um des Mitleidens mit dem leidenden Leib Christi willen ihre poiitischen Ansichten und ihre nationalen Gefühle zurückzustellen. Man suchte in Gottes Wort nach Wegweisung und Stárkung. Einer nach dem anderen nannte Schriftstellen, die von brüderlicher Liebe und christlicher Gemeinschaft sprechen. Dr. Lars W. Boe, Prásident des St. Olaf College, eines der ersten Mitglieder des Exekutivkomitees des Lutherischen Weltkonvents, erinnerte an die Geschichte von der Heilung des Blindgeborenen im Johannesevangelium. Dort fragen die Jünger Jesu, die das Wunder miterlebten, wessen Schuld es sei, dafi dieser Mensch blind geboren wurde. Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm!" Dies, sagte Dr. Boe, ist die beste Grundlage für einen Aufruf an die amerikanischen Lutheraner, den notleidenden Kirchen und Menschen in der ganzen Welt zu Hilfe zu kommen. Kein Christ könne sich der grófién Verantwortung für das Schicksal seiner Mitmenschen entziehen, ganz gleich, ob es sich dabei um Sieger oder Besiegte handele. Es war allén deutlich, dafi in einem solchen Dienst barmherziger Liebe eine unvergleichliche Mögüchkeit lag, Gottes Namen zu verherrlichen, dessen Liebe so grófi war, dafi er in seinem menschgewordenen Sohn Jesus Christus die bittere Not der Menschen auf seine eigenen Schultern nahm. Solche Liebe Gottes war zweimal in diesem Jahrhundert der Anstofi für die lutherischen Christen in aller Welt, grofie gemeinsame Anstrengungen zu machen, um die Nackten zu kleiden, die Hungrigen zu speisen und die geistlichen und materiellen Scháden des Krieges heilen zu helfen. In beiden Weltkriegen standén lutherische Kirchen auf beiden Frontén, und ihre Glieder waren nicht gegen die Versuchung gefeit, der einen oder der anderen Seite die Schuld am Kriege und an seinen schrecklichen Zerstörungen zu geben. Dennoch habén diese tragischen Nachkriegszeiten den lutherischen Kirchen der altén ebenso wie der neuen Welt zweimal die Gelegenheit gegeben, den Namen Gottes durch