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DIE JAPANISCHEN RIKKAS
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Aus der Kunst dieser Riesenbouquets spricht die tiefe YJ
Liebe zur Natur und der Versuch, sie sich auf diese Weise zu 1/
eigen zu machen. Diese Liebe erfüllte die buddhistischen Mönche so sehr, dass sie in ihren Tuschbildetn und später auf mehr stoffliche Weise durch das Aufstellen von Pflanzen ihrer Ehrfurcht vor der Schöpfung Ausdruck verliehen. Die Darstellungen der sichtbaren Welt wurden damit zu Sinnbildern
für das Unsichtbare. Von ihren Reisen in China brachten die . .,
Mönche Rollen mit Zeichnungen nach Japan, in denen ihr fi
Pinsel eine vergeistigte Traumlandschaft erweckte. Damit begannen sich Japans Tempel und Paläste mit Werken der Malschule des Nordens zu schmücken. Durch die Betrachtung dieser wunderbaren taoistischen Tuschbilder wurden die Philosophen des 15. Jahrhunderts angeregt, eine materielle f
Vorstellung jener Landschaften zu gestalten. So entstanden ¦
die japanischen Gärten, gleichsam als ein vor der Wohnstätte aufgehängtes lebendiges Kakemono. Man liebte es, chine-sische Landschaften heraufzubeschwören, und die Motive ^
wurden aus Beschreibungen in der Literatur oder der lyrischen klassischen Dichtung entlehnt. Doch fanden die japa- '' , nischen Künstler auch Anregungen in ihrer eigenen Heimat, besonders als die Territorialfürsten von den Tokugawa- 1' Shogunen gezwungen wurden, bestimmte Zeiten am neuen Regierungssitz Edo (dem heutigen Tokio) zu verbringen, und hier in ihren Gärten eine besonders bewunderte Landschaft wiedergestaltet zu sehen wünschten. / Der Sinn für die Natur hat auch die Rikkas geformt, die .j seit dem 6. Jahrhundert in den buddhistischen Tempeln aus / Zweigen und Blumen gebildet wurden. Die Lehrer der !. Ikenobo-Bouquets waren ursprünglich Mönche, und im ' Rokkakudo-Tempel im Herzen von Kioto haben sich die 'f Traditionen des Rikka bis heute bewahrt. Früher fand dort zum Fest der Sterne, am 7. Juli, eine Ausstellung dieser Meisterwerke statt, die jetzt auf den Herbst verschoben worden ist. Wie bei den Gärten kennt man für die Zusammenstellung der Rikkas die drei üblichen Stufen östlicher Kunst: den klassischen edlen Stil des Shin, den weniger zeremoniellen und weicheren Stil des Gyo und den von den Dichtern bevorzugten Stil des So, der persönliche Eigenart zulässt. Die beiden ersten haben das Kakemono, der dritte die Phan-tasie einer Skizzenrolle zum Vorwurf. g 1
Die ursprünglichen Rikkas der Tempel bestanden aus natürlichen Zweigen, die in einem Bronzegefäss um einen
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