Bővebb ismertető
Es konnte nicht in der Absicht des vorliegenden kleinen Werkchens begründet sein, eine konzentrierte historische Darstellung der altdeutschen Malerei zu geben. Nirgend wäre eine derartige Methode zweckloser für einen möglichst weit gedachten Leserkreis als auf dem fraglichen Gebiete. Nichts wird dadurch gewonnen, daß man mit einer Fülle unbekannter Namen und belangloser Zahlen von vornherein kopfscheu macht. So ist auch keine Rechtfertigung dafür nötig, daß der Fachmann manche Namen vermissen, andere wieder überflüssig finden, mit der einen oder anderen Zuschreibung und Gruppierung nicht einverstanden sein mag. Ich brauche dies um so weniger rechtfertigen, als gerade der Fachmann das die scheinbar leichtere Darstellung stützende Knochengerüst langjähriger selbständiger Arbeit unmöglich übersehen kann.
Die Aufgabe war also vielmehr, gewisse Grundlagen erst zu schaffen, von denen aus dem Laien eine verstehende Beschäftigung mit der altdeutschen Malerei möglich werden kann. Es fehlt uns hieran durchaus. Eine Anleitung zur Einfühlung in das Wesen unserer nationalen Kunst ist notwendig und soll hier in bescheidenen Grenzen gegeben werden, der Verfasser glaubt nicht zu irren in der Annahme, daß er hiermit dem erwachenden deutschen Selbstgefühle der Nation nach seinen Kräften etwas Entbehrtes und Erwünschtes darbietet.
Nur selbstverständlich ist es, daß hiermit weder ein törichter Chauvinismus noch gewisse archaistische Neigungen in der Kunst gefördert werden sollen, sondern ausschließlich die Sache selbst: unsere Selbsterkenntnis und unser Selbstbewußtsein, die Wiedergewinnung des Zusammenhanggefühls mit einer künstlerischen Vergangenheit, deren einzigartige Größe wir allzu lange verkannten.
Berlin, im Februar 1913. LOTHAR BRIEGER
Das vorliegende Buch dient nicht der Kunstwissenschaft sondern dem Kunstgenuß. Unter diesem Gesichtspunkt sind Zusammenfassung und Anordnung der Bildtafeln zu verstehen, bei welchen nicht immer die streng historische Folge innegehalten ist.
DER VERLAG.