Bővebb ismertető
Vorwort Die Hochblüte der altén ungarischen Gold- und Silberschmiedekunst falit in die für die Geschichte des Landes gleichermaBen ruhmvolle wie stürmische Zeit vom 14. bis zum 17. Jahrhundert. Unter der Herrschaft des Anjou-Königs Ludwig des GroBen, des Luxemburgers Sigismund und des kunstsinnigen Matthias Corvinus erreichte die gotische Goldschmiedekunst in Ungarn einen überaus bemerkenswerten Stand, der sie in ganz Európa zu hohem Ansehen brachte. An zahlreichen auslándischen Fürstenhöfen arbeiteten ungarische Goldschmiede, deren Kunstfertigkeit hochgeschátzt war und deren Erzeugnisse allenthalben Bewunderung erregten. Schier unübersehbar ist die Zahl der Kunstwerke, die in zeitgenössischen deutschen, französischen und italienischen Quellenwerken von glaubwürdigen Augenzeugen in allén Einzelheiten beschrieben werden. Diese schriftlichen Angaben beziehen sich auBer auf PrunkgefáBe, Schüsseln, Kannen, Pokale, Kelche und Kreuze von gewaltigem AusmaB auch auf zahlreiche Schmuckstücke, deren GroBteil anlaBlich von Verlobungen, Vermáhlungen, Botschaften und Friedensschlüssen oder auch als Votivgaben in verschiedene europáische Staaten abwanderte. Wáhrend der anderthalb Jahrhunderte dauernden Besetzung Ungarns durch die Türkén verlegten die Goldschmiede ihre Werkstátten im 16. und 17. Jahrhundert von der königlichen Residenzstadt Buda nach Nordungarn und Siebenbürgen, wo sich unter Anwendung eines eigenartigen technischen Verfahrens die sogenannte „Siebenbürger Emailkunst" entfaltete, die vor allém auf Schmuckstücken einzigartige EfFekte erzielte. Die mit funkelnden Emaileinlagen verzierten, edelsteinglitzernden Kostbarkeiten bildeten eine würdige Ergánzung der ungarischen Prunkgewánder der Renaissance und des Barocks. Die schönsten Blüten trieb dieses Kunsthandwerk an dem jeweiligen siebenbürgischen Fürstenhof, in den ungarischen Adelsburgen und Magnatenschlössern. Im 18. Jahrhundert machten sich in der ungarischen Goldschmiedekunst starke österreichische und deutsche Barockeinflüsse geltend, die Anfang des 19. Jahrhunderts so überhandnahmen, daB der eigenstándige Charakter der ungarischen Schmuckstücke vollstándig verlorenging. Im Spátmittelalter stand Ungarn in der Goldgewinnung an der Spitze aller europáischen Lánder, und dieser Goldreichtum verhalf auch dem heimischen Goldschmiedehandwerk zu einem beispiellosen Aufschwung. Natürlich war nicht nur die Erzeugung,