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Das Buch
Als Shocks, der Esel, auf einer Farm in Irland gefunden wurde, war er mehr tot als lebendig. Es war der schlimmste Fall von Vernachlässigung, den die Tierschutzorganisation The Donkey Sanctuary je erlebt hatte. Als Amber mit nur 26 V^ochen als Frühchen zur V^elt kam, musste ihr sofort ein Luftröhrenschnitt gesetzt werden. Die Ärzte teilten den Eltern Julian und Tracy Austwick mit, dass ihre Tochter vielleicht nie würde sprechen können. Wenig später kam der nächste Schlag - die Kleine litt außerdem an zerebraler Kinderlähmung. Die schmerzhafte medizinische Behandlung führte dazu, dass Amber anfing, sich vor Menschen zu fürchten. Julian und Tracy hatten Angst, dass Amber - anders als ihre Zwillingsschwester Hope - nie in der
Lage sein würde, ein normales Leben zu führen. Die Wege von Amber und Shocks kreuzten sich, als die Eltern nach einem letzten Strohhalm griffen und ihre Tochter ins eselgestützte Therapiezentrum nach Birmingham brachten. Die beiden verliebten sich auf der Stelle ineinander. Zwei Seelenverwandte hatten sich gefunden und heilten mit der Zeit gegenseitig ihre Wunden. Amber und Shocks wurden beide stärker und selbstbewusster und lernten, Menschen wieder zu vertrauen.
Die bewegende Geschichte von Amber und Shocks ist ein eindrucksvolles Beispiel für die heilende Kraft der Freundschaft.
Dem Tod überlassen
»Oh mein Gott.«
Sinead O'Connell, die Mitarbeiterin der Tierschutzorganisation Donkey Sanctuary, konnte nicht glauben, was sie sah.
Versteckt am anderen Ende des verwilderten Gartens stand ein Esel mit grauenhaften Verletzungen am Hals.
Er war hundert Meter von der Straße entfernt, aber Sinead konnte deutlich das Blut erkennen, das aus den tiefen Wunden sickerte. Das arme Tier taumelte, halb im Delirium vor Schmerz.
»Wir brauchen hier sofort die Gardai - die irische Polizei«, gab sie per Funk an die Zentrale durch, um Verstärkung anzufordern.
Sie wusste, dass Tierschutzmitarbeiter, die misshandelte Esel retten wollen, ein privates Grundstück nur in Begleitung eines Polizeibeamten betreten durften, deshalb musste sie jetzt einfach ausharren, bis die Verstärkung eintraf. Es war ein bitterkalter Tag im Januar 2010. Sinead zog den Reißverschluss ihrer Eleecejacke hoch und wickelte sich den Schal fest um den Hals.
Dem armen Esel musste unglaublich kalt sein. Esel sind zwar sehr robuste Tiere, geschaffen für ein Leben im Freien, aber ein Blutverlust aus derartigen Wunden ließ die Körpertemperatur stark abfallen.