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Felix Dörstelmann American Love Story
«Du wolltest, dass er mitkommt. Und jetzt bleibt er da.»
Wir stritten uns wieder.
«Sprich leise», sagte ich, «er kann uns hören.»
«Und wenn schon», sagte Nikk. «Dem ist das alles scheißegal, der kriegt doch gar nichts mit »
Wahrscheinlich hatte er Recht. Riet stand vor dem Fenster in der Tür des Campers, genauso nackt, wie wir ihn gerade aus dem Sturm geholt hatten, drückte sein Gesicht gegen den ovalen Glasausschnitt und hatte in Höhe der Augen seine Hände links und rechts neben die Schläfen gelegt. Er hatte sich eine Sichthöhle geschaffen, aus der heraus beobachtete er das Unwetter. Wenn es blitzte, zuckte ein kalter, weißer Lichtstrahl um seinen Kopf und erhellte das Innere des Campers für Sekundenbruchteile - als soUten wir fotografiert werden. Wenn es blitzte, stieß Riot kurze, scharfe Schreie aus, er jubelte, er feuerte das Gewitter draußen an, auf seiner verschwitzten, bleichen Haut glänzte dunkel das blaue Tattoo auf, ein siebenschwänziger Drache, der über sein Schulterblatt tanzte. Auch wenn wir nicht in seine Richtung gesehen hätten, hätte ich gewusst, dass es so war. Ich hatte dieses Tattoo inzwischen oft genug betrachtet.
Es war der Tiefpunkt unserer Ferien und auch ohne Nikks Vorwürfe hätte ich mir spätestens jetzt Gedanken darüber gemacht, wie es so weit hatte kommen können.
Es lag nicht an dem Hurrikan. Wir hatten gewusst.