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Mesoamerika
Wer es gewohnt ist, die Neue Weit in Nord-, Süd- und Mittelamerika einzuteilen, der wird zunächst erstaunt sein, wenn er mit einem neuen Begriff, dem Wort »Mesoamerika«, konfrontiert wird. Es waren die Archäologen, die eine Korrektur der Geographen wünschten: Der Begriff »Mittelamerika«, so sagten die »Amerikanisten« unter den Vorzeitforschern, genüge ihrer Wissenschaft nicht. Sie wünschten sich ein neues, weiter reichendes Wort, das alle Länder mit alten Kulturen einschließen sollte. Und so kam es zur Neuschöpfung des Wortes »Mesoamerika«.
Während die Geographen nämlich den Großteil Mexikos zu Nordamerika rechnen und Panama bereits gemeinsam mit Südamerika abhandeln, schließt der neue, archäologisch bedingte Begriff auch Landschaften ein, die nicht zu Mittelamerika gehören, weil in ihnen seit Jahrtausenden Kulturen geblüht haben, deren Entwicklung nur im großen Zusammenhang eben dieser Landschaft »Mesoamerika« zu verstehen ist.
Mittelamerika - das wären, geographisch gesehen, nur Guatemala, Belize (Britisch-Honduras), El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica. Zu Mesoamerika gehören auch Mexiko und Panama. Um keines der Länder, die nicht mit Mittelamerika in Verbindung gebracht werden wollen, zu verletzen, gebraucht der Fachmann heute nur noch die Bezeichnung »Mesoamerika«, wenn er von den alten Kulturländern spricht, deren Grenzen von denen der heutigen Staaten völlig verschieden waren.