Bővebb ismertető
WAS HOCH UND HERRLICH WAR, ZERFÄLLT . . .it der Gebärde eines getrösteten Kindes schmiegte sich dersterbende König in den Arm seiner Frau. Er schloß dieAugen und schien zu schlafen, doch sie wußte, daß es noch nichtdas Ende war. Es war nur ein erneuter zögernder Schritt auf diedunkle Schwelle zu.Seit Tagen ging es nun schon so, und sie hatte keinen Überblickmehr über den Fluß der Stunden, die voll waren von der tag-täglichen Qual und dem Ungemach der Krankheit und dem helfen-den Dienen, dem zerreißenden Schmerz des Abschiednehmens, aberauch erfüllt vom letzten Einswerden in der Entrückung.Seit Tagen ging es so, und sie hatte ausgeharrt. Manchmal hattesie in dämmriger Versunkenheit mit dem König geschlafen, ?Minu-ten hindurch, dann wiederum Stunden.Es war gut so, denn sie starb ja auch mit ihm. Mit dem letztenAtemzug Friedrich Wilhelms, und nichts war natürlicher, schicksal-hafter und schöner, mußte auch das wirkliche Leben der Gis vonHarrach enden, ganz gleich, wieviel Tage des bloßen Daseins derHerrgott ihr noch zubilligen oder, richtiger wohl, auferlegen würde.Gis von Harrach, die seit beinahe zwei Jahrzehnten durch denTraum, den Wunsch und den Willen des nun sterbenden Manneseine Fürstin war, selbst jedoch nichts anderes sein wollte undmußte als ein liebendes Weib, diese Gis begann vor dem Vergäng-lichen zu lächeln. Und es war das gleiche Lächeln, das um denMund des sterbenden Königs lag.Die andern, das wußte sie, würden ihr Lächeln mißverstehenoder mißdeuten, bewußt oder unbewußt, feindselig oder nur dumm,wie sie es ein Lebensalter hindurch getan hatten. Mochten sie esdenn; sie waren ja so fern.Da standen sie, in die Fensternischen des Arbeitszimmers ge-drückt, und warteten. Der Vorhang vom Schlafkabinett des Königszu diesem, vom verdeckten Leuchten eines regendurchschauertenFrühlingstages erfüllten Raum war gerafft, und so konnte Gis,auch wenn sie die Lippen nicht vom Scheitel des geliebten Mannesnahm, die stummen, bedrückten Gruppen beobachten.Da war die Gruppe der Ärzte. Bemühte, wackere Männer, dieLeibärzte Wiebel, Grimm und Schönlein. Sie hatten das Ihrige