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VORWORTZUR ERSTEN AUFLAGE.Nahezu sieben Jahre sind verflossen, seitdem ich die Arbeiten für den nun zu Ende gefüiirten anatomischen Atlas begonnen habe. Diese ganze Zeit habe ich, soweit sie nicht von Berufspflichten in Anspruch genommen war, dem Werke gewidmet. Solch langwieriger und mühevoller Arbeit hätte ich mich nicht unterzogen, wenn ich nicht von der Überzeugung durchdrungen gewesen wäre, daß das Bedürfnis nach einem neuen, zunächst den Anforderungen des medizinischen Unterrichtes möglichst Rechnung tragenden anatomischen Bilderwerk ein geradezu unabweisbares geworden war. Nicht in geringerem Maße besteht aber ein solches Bedürfnis für alle diejenigen, welche sich eingehender mit anatomischen Untersuchungen beschäftigen wollen und insbesondere auch für die praktischen Ärzte, welchen die Rekapitulation des anatomischen Tatsachenmateriales, beziehungsweise die gelegentliche Orientierung über einzelne anatomische Verhältnisse tunlichst erleichtert werden soll. Dazu kam die Erwägung, daß die praktische Durchführung der einheitlichen anatomischen Nomenklatur, welche nach den umfassendsten Vorarbeiten im Jahre 1895 von dem Anatomen-Kongreß zu Basel einstimmig angenommen worden ist, den größten Schwierigkeiten begegnen müßte, wenn nicht die entsprechenden Behelfe dafür geschaffen werden. Ein neuer anatomischer Atlas erschien mir als ein geeignetes Mittel, die Verbreitung und den aligemeinen Gebrauch der vereinbarten anatomischen Namen zu fördern und, soweit einzelne derselben vielleicht nicht für jedermann verständlich sein sollten, ihre Bedeutung ersichtlich zu machen.Aus diesen Motiven ergaben sich von selbst die Gesichtspunkte, welche für die ganze Anlage des Werkes, für die Auswahl des darzustellenden Stoffes und für die Art der Darstellung maßgebend waren.Es sollten die Formen der Körperteile und die übrigen dem Auge wahrnehmbaren anatomischen Eigenschaften derselben mit tunlichster Anschaulichkeit wiedergegeben, aber auch ihre Beziehungen zur Umgebung gezeigt und der konstruktive Wert, welcher den Einzelnteilen für den Aufbau des Ganzen zukommt, in das richtige Licht gestellt werden. Auch von dem, was das Verständnis der Formen zu fördern geeignet ist, sollte das Wesentlichste gebracht werden. Daß möglichste Klarheit der einzelnen Bilder und übersichtliche Anordnung derselben in erster Linie angestrebt wurde, ist selbstverständlich. Die eine Abbildung sollte die andere ergänzen, jede vorhergehende auf die nachfolgende überieiten. Besondere Sorgfalt war auf zweckentsprechende und tunlichst übersichtliche Anbringung der anatomischen Namen zu verwenden, wobei insbesondere auch zu berücksichtigen war, daß durch die nötigen Verweisstriche weder die wesentlichen Einzelnheiten der Figuren noch die Gesamtwirkung derselben eine erhebliche Schädigung eriitten.