Bővebb ismertető
Vorwort.
An Literatur über Künstleranatomie ist kein Mangel. In zahlreichen, reich ausgestatteten, aber kostspieligen Werken wird der Stoff erschöpfend behandelt; eine Reihe kleinerer und billiger Bücher genügen ihrem Zweck nur unvollkommen. Es fehlte an einer Darstellung, welche es ermöglicht, die sichtbare Oberfläche mit der zugrunde liegenden plastischen Muskulatur, nebst dem Skelett, zu vergleichen, und zwar durch Nebeneinanderlegen der entsprechenden Tafeln, sowie der textlichen Erklärung, Gerne folgten wir deshalb der Anregung des Verlegers zur Ausarbeitung einer Künstleranatomie mäßigen Umfanges, welche, in Anlehnung an das System der bewährten Taschenatlanten und Kunstbücher des Verlags, den oben erwähnten besonderen Anforderungen entspricht und durch möglichst anschauliche und übersichtliche Anordnung des Stoffs das vergleichende Studium erleichtert. Selbstverständlich soll unser anatomisches Taschenbuch kein erschöpfendes wissenschaftliches Werk darstellen; es soll lediglich die wichtigsten Tatsachen vorführen, um dem Künstler für seine figürlichen Darstellungen das notwendigste Verständnis zu ermöglichen, dadurch aber den Grund zu legen für ein späteres Studium der umfassenderen wissenschaftlichen Künstleranatomien. Von diesen seien nur genannt Richer, Geyer, Schieder, Harleß, Froriep, Kollmann, Dreßler, Thomson und Duval, die nach Bedarf zu Rate gezogen wurden. Die Darstellungsart des englischen Werkes „Anatomical Diagrams" von Dunlop schien für künstlerische Anfangszwecke ganz besonders geeignet und war uns vorbildlich. Im übrigen wurden unsere Tafeln, unter Zugrundlegung fachanatomischer Werke und Präparate, völlig selbständig ausgeführt. Gerne haben wir dem Wunsche des Verlegers entsprochen, den mehr schematisch gehaltenen anatomischen Tafeln je ein durchschattiertes natürliches Bild beizufügen, um die Wirkung der Muskulatur auf die äußere Plastik vor Augen zu führen. Schließlich sollen die beigefügten schwarzen, in Federmanier gezeichneten Tafeln die menschliche Gestalt noch in einigen der wichtigsten Stellungen vor Augen führen; dabei mögen die danebenstehenden Muskelanalysen andeutend die Grundlagen der Plastik zeigen. Ein näheres Eingehen auf die Bewegungsanatomie lag nicht im Rahmen unseres Werkchens und mag einer späteren Arbeit vorbehalten bleiben. — Dem Verlag sei an dieser Stelle für sein Entgegenkommen und seine Opferwilligkeit bei Bearbeitung der kostspieligen Tafeln herzlicher Dank ausgedrückt.
Möge es dem Taschenbuch beschieden sein, recht vielen Künstlern bei ihrer Arbeit zu nützen.
Die Herausgeber.