Bővebb ismertető
VorwortSeit Beda Weber, diese vielseitige Tiroler Persönlichkeit, die der Autor zu seinen Verwandten zählen darf, im Jahr 1852 die erste brauchbare Andreas-Hofer-Biographie herausgebracht hat, ist die Forschung zum Komplex Anno Neun natürlich vorangeschritten. Es ist heute kaum möglich, die Geschichte des Aufstandes und den Lebenslauf des Sandwirts ohne Hirn zu schreiben, was bewußt doppeldeutig gemeint ist. Einerseits bezeichnet es das fundierte und objektive wissenschaftliche Werk Tirols Erhebung im Jahre 1809 von Professor Dr. Josef Hirn (1908), eine äußerst detailreiche, fast monumentale Arbeit, andererseits wird man sich natürlich selbst bemühen müssen, neue Quellen heranzuziehen und zeitentsprechende Interpretationen des Aufstandes und der Persönlichkeit Andreas Hofer zu bieten, die den Menschen vom Ende des 20. Jahrhunderts das Geschehen von Anno Neun faßbar machen.Der Sandwirt Hofer steht nicht wie oft verfälschend dargestellt einem Deus ex machina gleich in der Tiroler Geschichte. Seine Persönlichkeit wuchs vielmehr aus den typischen Tiroler Verhältnissen des 18. Jahrhunderts heraus. In mancher Hinsicht hatten die Tiroler durch die ihnen zugestandenen Rechte eine Sonderstellung inne, die einen jahrhundertewährenden volkspsychologischen Prozeß auslösten, der wiederum die Erhebungen der Tiroler in der Napoleonischen Ära mit dem Höhepunkt 1809 letztlich erst ermöglicht hat. Von der Charakterisierung der Tiroler des 18. Jahrhunderts ausgehend über die kriegerischen Ereignisse in Tirol seit 1796 konzentriert sich der Inhalt des Buches im Verlauf des Jahres 1809 zunehmend auf die Person des Sandwirts, der, ein Wirt, Wein- und Pferdehändler und Bauer, als Abgeordneter des Passeiertales zum offenen Landtag in Innsbruck im Jahr 1790 erstmals eine öffentliche Funktion bekleidet, später in den Kriegswirren eine Passeirer Landsturmkompanie geführt hatte, nach Einrichtung der bayerischen Herrschaft in Tirol bald schon in den Reihen des Widerstandes zu finden war und im Jahr 1809 vom Talkommandanten des Passeier über den Kommandanten des südlichen Tirol zum Oberkommandanten der Tiroler Landesverteidigung aufstieg und selbst noch die zivile Verwaltung als Statthalter des Kaisers übernahm. Als Träger der obersten und letzten Verantwortung im Aufstand der Tiroler von 1809 mußte er bei seinem Scheitern zwangsläufig mit seinem Leben dafür büßen.Über den Tod hinaus aber lebt Hofer in seinem sogenannten Nach-