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Erstes KapitelSo jung war dieses Gesicht auf dem spitzenbesetzten Kopfkissen des Bettes, von einer so anrührenden, zarten, von Erschöpfung gezeichneten Schönheit, daß Angélique das Unbehagen nicht begriff, das es in ihr auslöste. Was war mit dieser Herzogin von Maudri-bourg, die nach ihrer wie ein Wunder anmutenden Rettung aus dem Untergang ihres Schiffs am Strand von Gouldsboro zusammengebrochen und auf ihr Geheiß in ihr und Jeffreys Zimmer im Fort gebracht worden war? Seit Stunden versuchte sie, die offenbar Bewußtlose wieder zu sich zu bringen, und während all dieser Zeit hatte sie das Gefühl nicht verlassen, daß irgend etwas mit dieser Frau und ihrem Auftauchen in Gouldsboro nicht stimmte. Aber was war es? Manchmal glaubte sie, es fast greifen zu können, aber dann entzog es sich wieder, aufgesogen vom schillernden Nebel des Außergewöhnlichen, das die reichlich theatralische Rückkehr der Herzogin unter die Lebenden umgab. Was war es? Was hatte sie beobachtet, was hatte sie für einen Moment mehr unbewußt als bewußt stutzig gemacht und war ihr wieder entfallen? Ihr Blick glitt durch den Raum und blieb an dem Kätzchen hängen, das ihr, von irgendeinem ausgesetzt, vor kurzem zugelaufen war und sie in den Tagen ihrer Auseinandersetzung mit Joffrey durch seine vertrauensvolle Anhänglichkeit ein wenig getröstet hatte. Es schlief, zusammengerollt auf den noch am Boden liegenden roten Strümpfen der Herzogin, die Angélique im ersten Moment ihrer Landung so aufgefallen waren . . . scharlachrote Strümpfe und Pantoffelschuhe aus karminrotem Samt mit weißen Lederbesätzen . . . Und plötzlich wurde ihr mit hellsichtiger Klarheit bewußt, was nicht stimmte, nicht stimmen konnte. Die extravagante Kleidung der Herzogin war zwar vom Meerwasser mitgenommen und auch hier und dort zerrissen gewesen, aber wer, wie Joffrey gesagt hatte, nach einem Schiffbruch wie Jonas von seinem Wal ans Ufer