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Über dieses Buch
Arno Schmidt hat als erster auf die literarischen Traumphantasien
der vier Bronte-Geschwister hingewiesen und in einem seiner be-
rühmt gewordenen Rundfunkessays (nachzulesen in >Der Triton
mit dem Sonnenschirm. Großbritannische Gemütsergetzungen<)
schwärmerisch über sie berichtet. Die vier Pfarrerskinder, beson-
ders die drei Mädchen, genial begabt und ausgestattet mit einer
immensen Phantasie, hatten ihr todlangweiliges Dasein in einem
abgelegenen Pfarrhaus im Moor von Yorkshire, wo sie tagelang
sich selbst überlassen waren, durch die Erfindung imaginärer Rei-
che, innerhalb deren sich wunderbare Abenteuer zutrugen, be-
lebt: »Zwei gläsern-glühende Groß-Reiche, deren Umfang wir
heute allmählich-ahnend, ehrerbietig, abzuschreiten beginnen:
Angria & Gondal« (Arno Schmidt). Als sie in einer Juninacht des
Jahres 1826 auf die Idee kamen, ihre Gedankenspiele poetisch
auszuspinnen, war Branwell, der Junge, neun Jahre alt, die drei
Mädchen Charlotte, Emily und Anne zehn, sieben und sechs. Es
scheint unfaßlich, mit welcher Erfindungkraft diese Kinder ihre
Phantasiewelten ausgestalteten, zu weiträumigen Fortsetzungs-
geschichten um charaktervolle Lieblingsfiguren, berühmte Per-
sönlichkeiten, Helden und Staatsmänner in einer eigenen, durch
Chroniken und Quellenmaterial abgestützten Historie, in den
durch imaginäre Landkarten und Stadtansichten nachgewiesenen
Reichen Angria und Gondal in Afrika beziehungsweise im Nord-
pazifik.