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GEMEINSAME ZÜGE IN DER ÖSTERREICHISCHEN UND UNGARISCHEN KULTURGESCHICHTE LÁSZLÓ MÁTRAI Lehrstuhl der Philosophiegeschichte, Philosophische Fakultát der Loránd Eötvös Uni versit át Budapest Die Tagungen der österreicliischen und ungarischen Historiker 1967 in Graz und 1968 in Fünfkirchen habén sowohl inhaltlich-thematisch, als auch methodologisch-theoretisch reiche Ernte gebracht. Die Erfahrungen der seitdem vergangenen 10 Jahre zeigen mit bibliographischer Klarheit, dass die da gewonnenen Resultate den Weg zur internationalen Öffentlichkeit der Historiker gefunden habén. Die Geschichte der ÖsterreichUngarischen Monarchie um die Jahrhundertwende ist seitdem noch mehr ein Modethema geworden und die seitherige Fachliteratur zeigt, dass unsere gemeinsamen Forsehungen die wichtigsten Fragen mit richtiger Methode behandelt habén. An einem ,,up to date" Beispiel möchte ich zeigen, wie und inwiefern kann - erstens - die beiderseitige, österreichische und ungarische Beleuchtung desselben Problems produktiv sein, - zweitens, wie kann die ökonomische, politische und kulturgeschichtliche - so zu sagen infradisziplináre" Behandlungsweise des Themas solche Seiten dessen beleuchten, die sonst unsichtbar geblieben waren. Besonders wichtig ist die Komparatistik in der Kulturgeschichte, weil das Kategorieneystem und die Methodologie dieser Disziplin noch nicht so klar herausgearbeitet sind, wie diejenigen der Zeit- oder Wirtschaftsgeschichte, weshalb die Kulturgeschichte verháltnismássig zurückgeblieben ist. Diese Lage verursacht weitgehend negative Konsequenzen in den Schwesterwissenschaften wie Kunstgeschichte oder Literatur- und Ideengeschichte. Der erste Wahlsprueh einer komparativen Analyse der Jahrhundertwende soll ein klassischer sein: si duo faciunt idem, non est idem. Was den zweiten Wahlsprueh betriff: es klingt noch in unseren Ohren, was Professor Novotny auf unserer Grazer Tagung so schön ausgeprágt hat: Noricum und Pannonién waren zwar zwei verschiedene römische Kolonien, die Leitha grenzte die beiden aber nicht nur ab, sondern verband sie auch. Die Jahrhundertwende bedeutete nicht nur hier und dort, alsó an beiden Ufern der Leitha, sondern in der Geschichte der ganzen Menschheit eine Schicksalswende in jeder historischen Beziehung. Heute will schon