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ÜBER EINE STRUKTURELLE DEFINITION DER KULTURLÁSZLÓ MÁTRAILehrstuhl für Philosophiegeschichte Philosophische Fakultät der Loránd Eötvös Universität. Budapest1. Heute dürfte es eine der wichtigsten Aufgaben der Philosophie sein inmitten der ins Unermeßliche steigenden Flut neuer Informationen eine ordnende und selektierende und inmitten der sich ins Unermeßliche steigerden Differenzierung der Wissenschaft eine sinnreiche Übersicht zu bieten und integrierende Funktion zu erfüllen. Die Lösung dieser Aufgabe setzt einen Kulturbegriff voraus, in dem alle Erscheinungen, die zu Recht unter diesen Begriff subsumiert zu werden pflegen, wie in einem begrifflichen Rahmen untergebracht werden können.Seit der ersten Namengebung durch Cicero vermochten alle bisherigen Konzeptionen der Kultur dieser Forderung vor allem deshalb nicht gerecht zu werden, weil die zu erfassende Erscheinung die Kultur eine überaus komplexe ist. Philosophie, Psychologie, Soziologie, Geschichtswissenschaft, usw., sind in gleichem Maße berechtigt, sich mit diesem Phänomen zu befassen. So kam es, daß in den früheren Konzeptionen mal dieser, mal jener Aspekt der Kultur zu seinem Rechte gekommen war, ohne daß jemals ein komplexer Begriff, geeignet, die Komplexität der Kultur adäquat zum Ausdruck zu bringen, geschaffen worden wäre.Mit dem intellectus agens, dem mundus intelligibilis und der respu-blica litteraria angefangen, gab es manche Konzeption, der es gelungen war, aus der Ganzheit der kulturellen Erscheinungen dieses oder jenes bezeichnende Teilproblem herauszuraffen. Hegels Konzeption des universalen Charakters des menschlichen Geistes, die Zielsetzungen der sog. ,,verstehenden Psychologie", die Lehre des Marxismus von der Einheit, den Wechselwirkungen und der Geschichtlichkeit der Welt der Materie und des Geistes, die Forschungen Nicolai Hartmanns auf dem Gebiete der Ontologie des geistigen Seins", der Aufschwung der allgemeinen Linguistik, die neuen Anregungen der marxistischen Sozialpsychologie, und schließlich aber nicht zuletzt gewisse Facetten der modernen Informationstheorie das sind die Forschungselemente und -richtungen neueren Datums, deren Synthese eine neue, tragfähige" Definition des Wessens der Kultur zu liefern imstande sein dürfte.1*