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ANSELM FEUERBACH
„Er war ganz heiter, für glanzvollen Sonnenschein angelegt, aber die Kraft, Stürme und Unglück zu ertragen war ihm versagt, daran allein ist er zugrunde gegangen." Diese Worte über Feuerbach schrieb seine zweite Mutter, die Frau, die unter allen Menschen auf seinem Lebenswege ihm am nächsten stand, vor der er in vertrauten Gesprächen, und, seit sie getrennt waren, in seinen Briefen sein innerstes Wesen aufschloß wie selbst nicht vor vertrauten Freunden. Und gerade Stürme hatte sein Schicksal neben kurzen Zeiten des Sonnenscheins und Glücks in reichem Maße für ihn bereit, Stürme, in denen eine derbere Natur hätte erstarken können, die aber ihn, den weniger kräftig Veranlagten, Reizbaren, lediglich hinderten und seine Spannkraft lähmten.
Früh, erst sechzehnjährig, darf Feuerbach sich dem einzig erstrebten Beruf widmen, darf Maler werden. Ein untrügliches Gefühl leitet ihn, läßt ihn durch Studienjahre in Düsseldorf und München, Antwerpen und Paris den sicheren handwerklichen Grund legen für späteres fruchtbares Schaffen. Aber jeder dieser Aufenthalte bricht jäh und gewaltsam ab. Mit dem grellsten Mißklang endet die Pariser Zeit.
Ein Auftrag seines Landesherrn, der Feuerbach zu fördern wünscht, eröffnet ihm den Weg nach Italien, dem Land, dem schon lange seine Sehnsucht gilt, das seine zweite Heimat werden soll. Aber nach kurzen Wochen des Glücks in Venedig und Castel Toblino bei neuen, stets wechselnden Eindrücken, bei selbstgewählter Arbeit, verleiden Mißstimmungen mit seinem Auftraggeber ihm Tätigkeit und Aufenthalt.
In Rom findet Feuerbach nach Jahren fruchtlosen Ringens in der schönen Nanna Risi das Modell, das seinem Ideal entspricht. Eine Zeit ungeheurer Schaffensfreudigkeit beginnt. Er hält Nannas Züge in Studienköpfen und zahlreichen Bildnissen fest, die ihm und ihr Unsterblichkeit sichern. Zugleich weckt Nannas hohe Gestalt, ihre edlen Gebärden und Bewegungen seine Phantasie und regt seine bedeutsamsten Schöpfungen an. Und wieder endet Jubel und Schaffenslust in Bitterkeit. Nanna verläßt Feuerbach, und ihre Untreue trifft den Künstler und Menschen in ihm gleich schwer. Ein zweites