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Vorwort In der Tiefebene, d. h. in der östliclien Nacfibarschiaft der Provinz Pannonién, tauchit ein — bis daliin in dem Karpatenbecl en unbel anntes — neues nomadisches Reitervoll iranischen Ursprungs am Anfang des 1. Jahrhunderts u. Z. auf: die Sarma-ten. Aufgrund der griechischen und lateinischen Quellen, die eine reichzentrische Einstellung hatten, zeichnet sich nur die wortkarge Skizze der Ereignisse, die die Grenzprovinzen des Römischen Reiches unmittelbar berührten. Auer der Wiederholung einiger - oft sehr alter - Gemeinplätze schreiben diese Verfasser nur wenig über die gesellschaftliche Einrichtung, über die wirtschaftliche Verhältnisse, religiösen Vorstellungen, über das Alltagsleben wie über die Gebräuche der sarmatischen Stämme. Diese Stämme legten doch einen langen Weg zurück, bis das stärkere, entwickeltere Rom ihrer Wanderung Einhalt gebot. Wegen der erwähnten Mangelhaftigkeiten der Quellen ist es für uns nicht klar, wie und wie lange der Einzug und die Ansiedlung der Sarmaten in dem Karpatenbecken stattfand und wann die Nomadisierung durch die sehafte Lebensweise abgelöst wurde.
Das sarmatische Fundmaterial der südrussischen Steppen unterscheidet sich grundlegend von dem Fundmaterial, das im Karpatenbecken als sarmatisch bestimmt wurde. Das letztere Material bewahrte fast nichts aus den früheren Traditionen, aber beweist, daß die Sarmaten in der neuen Heimat die materielle Kultur der hier gefundenen und unterworfenen Bevölkerung sehr schnell übernahmen. Das war der Fall auch mit der materiellen Kultur der benachbarten barbarischen Völker und der römischen Provinzen. Die quantitative und qualitative Analyse dieses gemischten archäologischen Fundmaterials bietet sich — im Rahmen der relativen und absoluten Chronologie — als entsprechende Quelle, die schriftlichen Angaben zu ergänzen.
Bei der Bestimmung, Sammlung und systematischen Bearbeitung des sarmatischen Fundmaterials leitete Mihály Párducz die ersten wichtigen Schritte ein. Seine Dissertation ,,Die römerzeitlichen Funde der Grossen Ungarischen Tiefebene" (1931), sein Buch ,Denkmäler der Sarmatenzeit Ungarns" (1941, 1944, 1950) und zahlreiche Beiträge liegen bis auf den heutigen Tag der Forschung der Sarmatenzeit zugrunde. Die grosse Menge des neuerdings vorgekommenen Fundmaterials und der Fortschritt der Forschung auf den benachbarten römischen und barbarischen Gebieten warfen jedoch die Notwendigkeit einer neuen Bearbeitung auf.