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Du wirst staunen, Junge!" Mutter mußte das gehört haben. Sie kam sofort aus der Küche gelaufen: „Bringen Sie uns bloß nicht wieder eine Schlange, Herr Buchholtz!" „Keine Schlange, einen Bussard." „Einen was?" „Einen Bussard!"
„Na, so was hatten wir gerade noch nicht!"
„Nur einen ganz kleinen; er ist aus dem Nest gefallen,beim
Bäumefällen."
Mutter machte trotzdem ein bedenkliches Gesicht. Das war nicht unbegründet. Ich hatte mich in unserer Klasse verpflichtet, zuweilen einige Tierchen für den Biologieunterricht zu besorgen. Dabei hatte mein Lehrer auf die Nachbarschaft mit Herrn Buchholtz verwiesen, einen Mann, der in der Forstwirtschaft arbeitete. Die Schlange, von der Mutter gesprochen hatte, war eine Ringelnatter gewesen, die ich abends mit etwas Äther betupft hatte, damit sie bis Schulbeginn keine Wanderungen durch unsere Wohnung vollführte. Als Mutter früh die Veranda betrat, hing die Schlange wie ein Aal von der Gardinenstange herab und baumelte zufrieden vor der Glasscheibe in der Sonne.
Mutters Schrei war so gewaltig und echt, daß ich vor Schreck annahm, im Fernsehen liefe ein Kriminalfilm. Außer dieser harmlosen Schlange hatte mir Herr Buchholtz einen prächtigen Feldhamster mitgebracht, der ganz wild auf Musik war. Das stellten wir während einer Schlagersendung fest, als er plötzlich und unerwartet hinter der zerbrochenen Skala unseres Rundfunkgerätes auftauchte und dort vergnügt tanzte.
Wir hatten uns noch nicht ausgewundert, da traf ihn ein elektrischer Schlag. Nachher konnten wir uns überzeugen, daß es ihm gelungen war, beim Tanz die Drähte zu einem knalligen Kurzschluß zusammenzutrampeln.