Bővebb ismertető
Die rapidé Neuentwicklung antibakteriell wirkender Substanzen, beispielsweise der Cephalosporine, fiihrt nicht selten zu einem inadáquaten Einsatz hochwirksamer Medikamente, da Erregerspektrum, Nebenwirkungen und Pharmakokinetik der auf den Markt kommenden Práparate fiir den praktisch tátigen Arzt nicht mehr überschaubar sind. Besonders in der Urologie ist es nützlich, die Substanzen unter dem besonderen Gesichtspunkt der Verhaltnismafiigkeit zur bestehenden Erkrankung zu ordnen; dies erscheint insbesondere deshalb notwendig, da keineswegs jede Práparat-Neuentwicklung mit einem breiteren Spektrum und niedrigerer Toxizitát einhergeht. Unter den Begriffen Antibiotika und Chemotherapeutika sollen im folgenden alle antimikrobiell wirksamen Substanzen aufgefíihrt werden, wobei eine strenge Trennung nach Antibiotika" und Chemotherapeutika" nicht mehr sinnvoll erscheint, da viele Antibiotika, z.B. Chloramphenicol, heute nicht mehr fermentativ, sondern synthetisch hergestellt werden. Wirkungsmechanismus lm Gegensatz zu anderen Medikamenten greifen antibakterielle Substanzen in der Regei nicht an kör pereigenen Zellen, sondern an den in den Körper eingedrungenen pathogenen Erregern an. Es kommt zu einer Störung der Zytoplasmamembranfunktion (Polymyxine und andere Polypeptidantibiotika), der Proteinsynthese (Aminoglykoside, Tetracycline oder Chloramphenicol) oder der Bakterienzellwandsynthese (Penicilline und Cephalosporine). Sulfonamide wirken durch eine kompetitive Hemmung der Dihydrofolsáuresynthese, wobei die Paraaminobenzoesáure durch die Sulfonamide imitiert wird. Trimethoprim unterbricht die Coenzym-Synthese, so daB es bei einer Kombination mit einem Sulfonamid zu einer Sequentialblockade und damit zu einer wesentlichen Wirkungssteigerung kommt. Die Effektivitát einer antibakteriellen Therapie wird nicht nur von dem verwendeten Antibiotikum und seiner in vitro bewiesenen Wirksamkeit bestimmt, sondern auch von der am Ort der Erkrankung erzielbaren Wirkstoffkonzentration. Bei der Aus wahl eines oralen Antibiotikums ist daher die Galenik fiir die gastro-intestinale Resorptionsquote von wesentlicher Bedeutung, ferner aber auch die Kinetik der Substanzen im Organismus. Resorptionsquote, EiweiBbindung, pH-Inaktivierung, Metabolisierungsrate und Organotropie bestimmen die jeweiligen Plasma- und Gewebespiegel. Das Chemotherapeutikum sollte wáhrend der Behandlung grundsátzlich so hoch dosiert werden, daB bakteriostatische oder -cide Konzentrationen am Wirkort resultieren. Insbesondere bei bakteriostatisch wirkenden Substanzen ist die antibakterielle Thera-