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ZUR EINFÜHRUNG
Bald nach ödipus' Tod erfüllte sich das Verhängnis an seinen beiden Söhnen Polyneikes und Eteokles. Trotz der Warnungen des Orakels und der Seher zogen jene Sieben vor das siebentorige Theben, belagerten es und begannen mit siegreichem Ungestüm den Sturm. In dieser Not weissagte Teiresias, ein freiwilliger Opfertod könne die Stadt retten und den Kriegsgott Ares besänftigen, der ihr noch wegen der Tötung seines Sohnes, des Drachen, zürne. Als sich darauf Kreons Sohn Megareus an der Mauer über der Höhle des Drachen tötete, wandte sich das Glück. Kapaneus, der schon die Mauer erklommen hatte, wurde vom Blitze des Zeus herabgeschleudert, weil er sich vermaß, gegen den ausdrücklichen Willen der Götter die Stadt mit Feuer zu zerstören; die Brüder Polyneikes und Eteokles trafen an einem der Tore zusammen und gaben sich im Zweikampf gegenseitig den Tod, worauf sich die Belagerer allgemein zur Flucht wandten, auf der Amphiaraos noch lebend von der sich spaltenden Erde verschlungen wurde.
Die Herrschaft in Theben ging auf Kreon als nächsten des Geschlechtes über, und dieser ordnete sogleich in der Frühe des Tages dem Eteokles ein würdiges Leichenfest; dagegen ließ er durch Herolde den Befehl ergehen, daß die Leichname der Feinde, namentlich der des Polyneikes, nackt den Raubtieren preisgegeben auf dem Schlachtfeld liegenbleiben und bei Todesstrafe von niemand bestattet