Bővebb ismertető
EINLEITUNG
BEDEUTUNG, URSPRÜNGE UND GRIECHISCHE ANFÄNGE
DER FABEL
Das deutsche Wort Fabel kommt vom lateinischen fabula (griechisch mythos), womit das Erzählte, die Erzählung schlechthin bezeichnet wird. In einem engeren, terminologischen Sinn dagegen versteht man unter fabula ebenso wie unter seinem deutschen Derivat eine kurzgefaßte Erzählung in Prosa und mitunter auch in Versform, die eine allgemeingültige Wahrheit mit der ausgesprochenen Absicht der Belehrung sinnfällig zu machen sucht, eine Absicht, die oftmals durch eine hinzugefügte Moralsentenz (Epi-mythion, wenn nachgestellt; Promythion, wenn vorangestellt) noch unterstrichen wird. Es macht das Wesen solcher Fabeln aus, daß in ihnen gelegentlich Götter, häufiger Menschen aus dem Alltag, selten Pflanzen und Steine, regelmäßig aber mit menschlichen Zügen ausgestattete Tiere handelnd auftreten: typische Tiercharaktere wie der mutige Löwe, der listige Fuchs, die fleißige Ameise gehören zum festen Formenschatz des Genus Fabel. Stärker als andere literarische Gattungen ist die Fabel im Volke verankert, und nicht zufällig wurde als ihr vermeintlicher Urheber Aisopos (so in der griechischen Namensform, lateinisch Aesopus), ein häßlicher, buckliger Sklave, genannt, der somit bereits in der äußeren Erscheinung das Gegenbild des aristokratischen Menschenideals verkörperte. Namentlich in ihrer Frühzeit konnte daher die Fabel zum Gefäß sozialer Kritik werden, die sich in lockerer Verhüllung im Namen der Schwachen, der Nichtprivilegierten, der Unterdrückten sowie im Zeichen eines ursprünglichen Menschenrechts gegen die Willkür der Unterdrücker und ihre Rechtsbrüche wendet; in der mündlichen Tradition der Fabel wird diese Tendenz zweifelsfrei auch weiterhin lebendig geblieben sein. Literarisch zu fassen ist für uns die griechische Fabel