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Karl Kerényi - Antikes Erbe [antikvár]
 
VORWORT Man kann Kunstwerke als Studienobjekte betrachten. Sie geben dann Auskunft über bestimmte kulturhistorische Phänomene, sie sind Zeugen des Schönheitsideals einer Epoche, sie verkörpern die religiöse oder weltanschauliche Vorstellungswelt ihrer Zeit oder spiegeln deren gesellschaftliches Leben. Sie sind Beispiele eines Kunststils, den man analysieren und mit andern kulturellen Gegebenheiten in Beziehung setzen kann. Eine solche Betrachtungsweise beschäftigt sich in erster Linie mit Deutungs-, Datierungs- und Echtheitsfragen....
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VORWORT Man kann Kunstwerke als Studienobjekte betrachten. Sie geben dann Auskunft über bestimmte kulturhistorische Phänomene, sie sind Zeugen des Schönheitsideals einer Epoche, sie verkörpern die religiöse oder weltanschauliche Vorstellungswelt ihrer Zeit oder spiegeln deren gesellschaftliches Leben. Sie sind Beispiele eines Kunststils, den man analysieren und mit andern kulturellen Gegebenheiten in Beziehung setzen kann. Eine solche Betrachtungsweise beschäftigt sich in erster Linie mit Deutungs-, Datierungs- und Echtheitsfragen. Sie geht mit antiken Kunstwerken oft um wie der Geologe mit seinen Gesteinsproben. Es gibt anderseits das im Simie Schillers «naive» Verhältnis zum Kunstwerk, das aus der Betrachtung des Werks die Freude am Schönen gewinnt. Hier ist das Verhältnis zum künstlerischen Objekt nicht ausschließlich aufs Historische ausgerichtet, nicht katalogisierend, sondern um so lebendiger, je unmittelbarer der Betrachter dem künstlerischen Sinn des Werks nachzuspüren vermag. Die Bilder des vorhegenden Buches sind in hohem Maße der letzteren Haltung verpflichtet. Hier wurde nicht eine ausschließhch sachliche Bestandesaufnahme versucht. Hier ist ein leidenschaftlich kunstbesessener Mensch am Werk gewesen, hat mit der Wünschelrute seines wachen Kunstempfindens Werke entdeckt, von deren Präsenz nur die Eingeweihten wußten. Und er hat es verstanden, sie nicht nur zu finden, sondern sie auch zu sehen. Er hat es verstanden, sie mit den Mitteln moderner Photokunst wieder zum Leben zu bringen. Im buchstäbUchen Sinne ist es ihm geglückt, die Schönheit dieser Werke ins rechte Licht zu rücken. Dabei wurde er aber geführt von einer intimen Kenntnis der antiken Geisteswelt. Demi zum Photographieren als Beruf ist er erst in relativ späten Jahren gelangt, nachdem er sich früher, in seiner ungarischen Heimat, als Akademiker und Lehrer eingehend mit der Antike, vor allem mit der Literatur der Griechen und Römer, befaßte. So ist denn das vorhegende Buch sowohl aus der Kemitnis des Gegenstandes wie auch aus der Freude am Schönen geboren. Und sein Hauptziel ist es, diese Freude weiterzugeben. Die hier abgebildeten Werke sind gesehen mit den Augen eines Menschen von heute. Deswegen wirken viele so «modern». Mit den Augen von heute sehen heißt nicht willkürhch sehen, ist nicht im abschätzigen Sinne «subjektiv». Bei keiner dieser Aufnahmen ist es dem Photographen um eine biUige Effekthascherei gegangen. Er hat nur versucht, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mittehi - und es sind geradezu rührend bescheidene Mittel: eine gute Kamera und zwei bis drei einfache Lampen - das Wesenthche aus dem photographierten Werk herauszuholen, die Plastiken, den Marmor, die Bronze, die Keramiken zum Sprechen zu bringen.

Termékadatok

Cím: Antikes Erbe [antikvár]
Szerző: Karl Kerényi Kerényi Károly
Kiadó: Orell Füssli Verlag
Kötés: Varrott keménykötés
Méret: 240 mm x 280 mm
Karl Kerényi művei
Kerényi Károly művei
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